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Rauskala sprach sich auch deutlich für den "Europäischen Weg" bei KI aus © APA (Hochmuth)
Rauskala sprach sich auch deutlich für den "Europäischen Weg" bei KI aus © APA (Hochmuth)

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Rauskala: Europa muss sich zur Grundlagenforschungs-Exzellenz bekennen

27.09.2019

Die Europäische Union muss nach Ansicht von Wissenschaftsministerin Iris Rauskala ihr Potenzial im Bereich Grundlagenforschung nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. "Europa muss sich absolut zur Grundlagenforschungsexzellenz bekennen. Das ist der Wettbewerbspunkt für die nächsten kommenden Jahre", sagte Rauskala am Freitag vor Beginn des EU-Wettbewerbsrates in Brüssel.

Worüber man sich "sehr viele" Gedanken machen müsse, sei, wie man die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung in andere Politikbereiche bringen könne, damit sie sich entsprechend entfalten. "Das betrifft ganz besonders die Industriepolitik, die regionale Entwicklung, und auch die Agrarpolitik", sagte die Ministerin in Hinblick auf die bevorstehenden Herausforderungen, allen voran der Klimaschutz. Rauskala, die zum ersten Mal Österreich in Brüssel vertrat, sprach sich gegen eine Diskussion aus, ob man Mittel von der Grundlagenforschung in die angewandte Forschung und in Innovation verschieben solle.

Forschung ist "unabdingbare Grundvoraussetzung"

Dass Forschung und Bildung kein eigenes Ressort in der künftigen EU-Kommission unter der designierten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekommen hat, stört die Ministerin nicht. "Die Forschung ist unabdingbare Grundvoraussetzung dafür, dass Jugend und Innovation breit im System ausgerollt werden können."

Das Ressort von der zuständigen EU-Kommissarin Mariya Gabriel heißt "Jugend und Innovation" und umfasst auch Bildung, Forschung und Kultur. Obwohl Rauskala zufolge Forschung "sowieso implizit mitgedacht" sei, würde ihrer Ansicht nach "nichts dagegen sprechen, wenn man die Forschung auch explizit in den Titel nimmt." Die Ministerin zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der Pläne von Von der Leyen und bezeichnete den sogenannten "Green Deal" - die Europäische Union soll der erste klimaneutrale Kontinent werden - als vielversprechend.

Rauskala sprach sich auch deutlich für den "Europäischen Weg" in Hinblick auf Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Während China bereits Daten sammelt, will die EU einen ethischeren Weg beschreiten. Im April präsentierte eine Expertengruppe der EU-Kommission "Ethische Leitlinien für vertrauenswürdige KI".

Die vorsichtige Vorgangsweise befürwortet die Ministerin. Der Schutz der persönlichen Daten der Unionsbürger sei besonders wichtig. "Das ist auf den ersten Blick mühsamer, aber mittel- bis langfristig ein Weg, der bestimmt besser für uns ist und auch mit unseren anderen europäischen Werten besser vereinbar ist."

Vision für nachhaltiges Wachstum

Die EU-Minister diskutieren am Freitag eine Vision für nachhaltiges Wachstum aus der Perspektive der Forschung, auch die Rolle der Wissenschaften bei der Erreichung der Klimaziele ist Thema. Zudem soll Synergien von "Horizont Europa", des künftigen EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation für die Jahre 2021 bis 2027, mit anderen EU-Programmen besprochen werden. Dazu gehört zum Beispiel "European Universities", das Hochschulnetzwerke fördert.

Am Donnerstag hatten die Wirtschaftsminister die künftigen Herausforderungen aus ihrem Blickwinkel betrachtet. Österreich wurde dabei von Elisabeth Am Donnerstag hatten die Wirtschaftsminister die künftigen Herausforderungen aus ihrem Blickwinkel betrachtet. Österreich wurde dabei von Elisabeth Udolf-Strobl, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, vertreten.

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