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Bei Schlafapnoe-Patienten erschlafft typischerweise die Zungenmuskulatur © APA
Bei Schlafapnoe-Patienten erschlafft typischerweise die Zungenmuskulatur © APA

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Schlafapnoe-Überwachungssystem aus Graz gewann Innovationswettbewerb

19.11.2020

Eine Studentin des Masterstudiengangs Industriedesign an der FH Joanneum in Graz hat mit einem Schlafapnoe-Überwachungssystem den nationalen Innovationswettbewerb des "James Dyson Awards" gewonnen. "Lune" soll einen sicheren Schlaf ermöglichen und vor möglichen Atemaussetzern schützen, wurde in einer Aussendung bekannt gegeben.

Carmen Maier wollte im Gegensatz zu gängigen Mitteln gegen eine Schlafapnoe - meist unbequeme und starre CPAP-Masken und Zungenschrittmacher - eine Lösung mit hohem Tragekomfort ausarbeiten. Sie entwickelte ein Halsband, das mit Sensoren ausgestattet ist, die die Position des Kopfes und die Atmungsaktivität während einer Schlafperiode messen. Typisch für Schlafapnoe-Patienten ist, dass die Zungenmuskulatur erschlafft und die Zunge demzufolge in den Rachen gleitet. Dieses Problem wird mithilfe von "Lune" dadurch gelöst, dass jene im Halsband verbauten Elektroden beginnen, Muskeln zu stimulieren und so den Schluckreflex auszulösen. Beim Schlucken kehrt dann die Zunge in ihre optimale Position zurück.

Falls die elektrische Stimulation zu wenig Wirkung auf die Patienten haben sollte, wird ein Airbag ausgelöst, der den Kopf in eine optimale Position dafür bringt. Das neuentwickelte System soll nicht nur die Symptome der Schlafapnoe-Erkrankung reduzieren, sondern auch die Mundmuskulatur stärken, damit der Patient auch eine dauerhafte und nachhaltige Besserung der Erkrankung erreichen kann.

Tragbarer Kochherd: Projekt "BioBell" ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurden auch Studenten von der Montanuniversität Leoben rund um Michael Keinrath, die mit dem Projekt "BioCell" einen intelligenten, tragbaren Kochherd entwickelten, der Biomasse in Wärme, Strom und wertvolle Sekundärressourcen umwandelt. Auch Fabian Luca Urlicic, ebenfalls Student an der FH Joanneum Graz, wurde geehrt. Er hat mit seinem Projekt "Lux" ein Headset entwickelt, das das Gehirn des Benutzers beleuchtet, um die Freisetzung von stimulierenden Hormonen auszulösen, die die Symptome von Depression und Schlaflosigkeit behandeln.

Beim internationalen Bewerb des "Der James Dyson Awards", der unter Studierenden in 27 Ländern ausgeschrieben wurde, hat die Spanierin Judit Giro Bene den ersten Platz bestritten. Mit der von ihr erfundenen "Blue Box" wird eine neue Möglichkeit zur Brustkrebsfrüherkennung zu Hause mithilfe einer Urinprobe geboten. Erstmalig wurde auch der Nachhaltigkeitspreis an ein Projekt verliehen. Entwickelt wurde die "AuREUS System Technology" von Carvey Ehren Maigue aus den Philippinen. Es handelt sich dabei um ein neues Material, das aus Ernteabfällen hergestellt wird und UV-Licht in Energie umwandelt.

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