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Start-Preise 2019 an Physiker, Mathematiker und einen Iranisten

17.06.2019

Neben den beiden Wittgenstein-Preisen gehen sechs jeweils mit rund 1,2 Mio. Euro dotierte Start-Preise an in Österreich tätige junge Wissenschafter. Gleich drei Physiker bilden den Kern der Preisträger, denen heuer auch zwei Mathematiker und ein Iranist angehören. Als einzige Frau erhält die Mathematikerin Christa Cuchiero am Montagabend einen der Start-Preise. Im Folgenden die Gewinner:

Mit "Defektverstärkten Quantenpunkten als Silizium-Lichtemitter" wird sich der Physiker Moritz Brehm vom Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik der Universität Linz im Rahmen der Förderung beschäftigen. Probleme bei auf Licht basierenden neuen Ansätzen zur Übertragung von Daten auf Siliziumchips möchte der am 4. April 1982 in Linz geborene Wissenschafter umgehen, indem er Lichtquellen aus Materialen wie etwa Germanium verwendet. Das Vorhaben könnte ein wichtiger "Schritt zur Einbindung von Silizium-basierten Lichtquellen in moderne Halbleiterbauelemente sein", heißt es.

Die ebenfalls in Linz geborene Mathematikerin Christa Cuchiero (13. April 1983) will am Institut für Statistik und Mathematik der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien "Universelle Strukturen in Finanzmathematik" ins Visier nehmen. Dabei liege ihr Augenmerk auf erstaunlich stabilen Mustern in sehr verschiedenen Finanzmärkten. Die Phänomene sollten künftig auch "mit universellen mathematischen Methoden" analysiert werden können.

Bruno De Nicola wurde am 7. September 1979 in Buenos Aires (Argentinien) geboren und arbeitet seit 2018 am Institut für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien. Dort wird er sich im Rahmen seines Projekts mit "Nomadischen Manuskriptkulturen" auseinandersetzen. Anhand von islamischen handgeschriebenen Büchern aus der Zeit der Expansion des Mongolischen Reichs ins westliche Eurasien im 13. Jahrhundert möchte De Nicola herausfinden, wie die einstigen nomadischen Herrscher mit den sesshaften Eliten kooperierten und so eine zusammenhängende Kultur etablierten.

Die "Nanoskalige Spannungsmessung in metallischen Glas-Kompositen" steht im Zentrum der Forschung des am 4. April 1983 in Wien geborenen Physikers Christoph Gammer. Am Erich Schmid Institut für Materialwissenschaften der ÖAW in Leoben wird er sich auf die Suche nach Hochleistungswerkstoffen der Zukunft widmen, indem er die Eigenschaften von Glas-Kristall-Verbundmaterialien analysiert. Die Erkenntnisse sollen dabei helfen, "gezielt neuartige Werkstoffe zu entwerfen, die extrem hart sind", jedoch nicht wie Glas brechen.

Der am 11. Mai 1982 in Buenos Aires geborene Mathematiker Jose Luis Romero arbeitet seit 2011 in Wien. Um neue Einsichten in die miteinander in Verbindung stehende Struktur von zeitlichem und frequenziellem Verhalten eines Signals geht es im Rahmen seines Projekts mit dem Titel "Zeit-Frequenz-Analyse, Zufälligkeit und Abtastung". Dazu wird sich der an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien tätige Wissenschafter im Grenzbereich zwischen Mathematik, Akustik, drahtloser Kommunikation, statistischer Datenanalyse sowie mathematischer Physik bewegen.

Der am 3. Juli 1986 in Erfurt (Deutschland) geborene Richard Wilhelm mit der Start-Förderung am Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität (TU) Wien an die "Beobachtung von lonenstreuung in Echtzeit (time4ions)" machen. Der seit 2017 an der TU tätige Jungforscher will durch Bombardements mit hellen Laserblitzen und Pulsen aus geladenen Teilchen mehr über die atomare Zusammensetzung von Oberflächen herausfinden.

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