Politik & Wirtschaft

v.l.n.r.: Rektor Eichlseder mit Kienberger, Eibinger-Miedl und Lang © Montanuniversität
v.l.n.r.: Rektor Eichlseder mit Kienberger, Eibinger-Miedl und Lang © Montanuniversität

APA

Steirische Innovationsforschung soll CO2-Reduktion beschleunigen

12.02.2019

Der Innovationscluster "NEFI" (New Energy for Industry) soll sich mit Forschungen zur völligen Dekarbonisierung in Österreich beschäftigen, hieß es in einer Pressekonferenz in Graz. Die wissenschaftliche Leitung hat die steirische Montanuni Leoben. Erforscht wird in Kooperation mit Industrie und AIT der Einsatz von bis zu 100 Prozent erneuerbarer Energie mit Innovation aus Österreich.

Präsentiert wurden u.a. vier Projekte, darunter Oxysteel und HyStEPs. Bei ersterem wird in Kooperation mit der Breitenfeld Edelstahl AG im Mürztal versucht, wie mit einem Sauerstoffbrenner gezielt Energie eingespart und so ein Beitrag zur Stabilität der Elektrizitätsnetze geleistet werden kann. Außerdem soll u.a. die Energieeffizienz bei der Prozesswärmeerzeugung durch Sauerstoffverbrennung festgestellt werden. Im Projekt HyStEPs, geleitet vom Austrian Institute of Technology (AIT) versucht man die Speicherkapazität von bestehenden Dampfspeichern um bis zu 40 Prozent zu erhöhen. Angewendet werden können die Erkenntnisse in den Industriebereichen Papierproduktion, Eisen- und Stahlerzeugung sowie im Chemie- und Nahrungsmittelbereich. Beide Projekte sind bereits im Herbst 2018 angelaufen, sie sollen im Sommer 2021 bzw. 2021 abgeschlossen sein.

Der Leobener Montanuni-Rektor Wilfried Eichlseder sagte bei der Präsentation, Industrie und hier besonders die Metallurgie seien große Energieverbraucher. Es gehe hier um Prozessoptimierung. Er sei überzeugt, dass man in einigen Jahren positive Ergebnisse präsentieren werde können.

Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft

Thomas Kienberger, Leiter des Lehrstuhls für Energieverbundtechnik, sagte, was man bisher nicht gemacht habe, sei "großflächig ins Feld hinauszugehen". Der Ablauf funktioniere über drei Finanzierungs- bzw. Projektrunden. Die Förderung belaufe sich auf rund 90 Mio. Euro, 45 Mio. vom Bund, 40 Mio. von den Unternehmen und rund 3 Mio. der Landesregierungen von OÖ und Steiermark.

Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) sagte, die Kooperation von Bundesländern habe sich schon bei Silicon Austrian und Silicon Alps bewährt. Der Innovationsverbund aus Wirtschaft, Wissenschaft, Unternehmen und Technologieanbietern widme sich in zehn Projekten der Forschung zur CO2-Reduktion und der Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien. In den nächsten acht Jahren werde an verschiedenen Projekten gearbeitet, Herzstück dabei sei das NEFI-Lab an der Montanuni.

SPÖ-Umweltlandesrat Anton Lang sprach von einer besonderen Situation für ihn als Leobener, angesichts solcher Projekte. Das Land habe im Vorjahr die Energie- und Klimastrategie 2030 beschlossen. "Umsetzen können wir die Ziele aber nicht alleine, deshalb bin ich froh, dass dieses Kooperationsprojekt existiert. Damit können wir auch sagen, wir werden diese Ziele auch erreichen."

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