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Bis 2026 sollen rund 90 Professoren am IST Austria arbeiten © APA (Pfarrhofer)
Bis 2026 sollen rund 90 Professoren am IST Austria arbeiten © APA (Pfarrhofer)

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Stichwort: IST Austria

23.05.2019

Vor zehn Jahren, am 2. Juni 2009, wurde das Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) eröffnet. Die Forschungseinrichtung mit Promotionsrecht widmet sich der Grundlagenforschung. Mittlerweile arbeiten mehr als 700 Personen aus 60 Ländern am IST, rund 50 Gruppen forschen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Neurowissenschaften und Biologie.

Das Institut entstand nach einer Idee des Wiener Experimentalphysikers Anton Zeilinger, der seit 2002 mit Nachdruck für eine "Flaggschifforganisation" in Österreich eintrat. Internationale Experten unter Führung des ehemaligen Präsidenten des israelischen Weizmann-Instituts, Haim Harari, erarbeiteten ein Konzept für das Institut. Nach der umstrittenen Standortentscheidung für das Areal der ehemaligen Landesnervenklinik Maria Gugging und der Gründung per Gesetz im Jahr 2006 wurde zwei Jahre später der österreichische Computerwissenschafter Thomas Henzinger als erster Präsident bestellt.

Interdisziplinäres PhD-Programm

Auch wenn das Institut lange unter dem Titel "Elite-Uni" firmierte, wird dort keine Grundausbildung, sondern ausschließlich ein interdisziplinäres PhD-Programm angeboten. Die derzeit 53 Professoren am IST Austria wurden aus mehr als 11.000 Bewerbern ausgewählt. Sie leiten Forschungsgruppen mit bis zu zehn Post-Docs und PhD-Studenten. Bis 2026 sollen rund 90 Professoren am IST Austria arbeiten, womit die Mitarbeiterzahl des Instituts auf rund 1.000 ansteigen wird.

Die Finanzierung des IST Austria erfolgt durch den Bund und das Land Niederösterreich, und zwar über langfristige Finanzierungszusagen. So erhält das Institut zwischen 2017 und 2026 rund 1,4 Mrd. Euro, wobei vom Bund maximal 990 Mio. Euro kommen, vom Land 368 Mio. Euro. Ein Teil des Geldes ist an die Einwerbung von Drittmitteln und an die Erfüllung von Qualitätskriterien gebunden.

Als Erfolge nennt das IST Austria 34 hochdotierte Förderpreise ("Grants") des Europäischen Forschungsrats ERC. Mit einer Genehmigungsrate von 50 Prozent beim ERC überflügelt das Institut renommierte Einrichtungen wie die ETHs in der Schweiz oder die Universitäten Oxford und Cambridge. Das Fachjournal "Nature" hat das IST Austria 2018 in die Liste der 30 aufstrebenden Institutionen, die in den vergangenen 30 Jahren gegründet wurden ("Rising Stars - 30 under 30"), aufgenommen. Das Institut landete als einzige nichtasiatische Einrichtung unter den Top Ten.

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