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Studie: Corona könnte Schuldenkrisen in Afrika auslösen

25.06.2020

Die Corona-Pandemie könnte in Afrika einer Studie zufolge mehrere Schuldenkrisen auslösen. Die Kosten für die Bedienung von Schulden seien dort auf etwa 40 Milliarden Dollar jährlich gestiegen, hieß es in einem Bericht des südafrikanischen Institute for Security Studies, der auch von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) unterstützt wurde.

Es sei zu erwarten, dass die Schulden in diesem Jahr durchschnittlich um etwa 4,4 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts auf dem Kontinent steigen werden. "Ein Aufschub oder Schuldenerlass wären daher wirksame Mittel, um die Anstrengungen afrikanischer Länder bei der Pandemiebekämpfung zu unterstützen und zur Erholung afrikanischer Volkswirtschaften beizutragen", hieß es in der Mitteilung.

Die Weltbank geht davon aus, dass es in Afrika wegen der Coronakrise zum ersten Mal seit 25 Jahren eine Rezession geben wird. Die führenden Industriestaaten kündigten bereits an, die ärmsten Länder der Welt unter bestimmten Bedingungen mit Schuldenerleichterungen unterstützen zu wollen. Zudem sagte EU-Ratschef Charles Michel jüngst, man müsse einen möglichen Schuldenerlass afrikanischer Länder gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) prüfen.

"Afrika wird von den Folgen der Pandemie extrem hart getroffen", teilte der Europaabgeordnete und HSS-Vorsitzende Markus Ferber mit. "Es liegt auch im eigenen Interesse Europas, Afrika bei seinem Krisenmanagement zu unterstützen." Allerdings biete die Corona-Krise auch Chancen für nachhaltige wirtschaftliche Veränderungen und eine bessere Versorgung der Bürger vor allem in afrikanischen Städten.

Afrika hat mit rund 336.000 Infektionen bisher relativ wenig Corona-Fälle und Prognosen zufolge wird es weniger Todesfälle geben als in anderen Regionen. Dagegen sind schon jetzt die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie vielerorts verheerend.

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