Politik & Wirtschaft

APA

Studie: Gedruckte Geschäftsberichte haben stark an Bedeutung verloren

05.11.2019

Der gedruckte Geschäftsbericht hat für viele börsenotierte Unternehmen stark an Bedeutung verloren. Während die 30 größten an der Frankfurter Börse notierten deutschen Firmen (DAX30) im Jahr 2009 durchschnittlich noch 30.842 Berichte druckten, waren es 2019 nur noch 1.856, geht aus einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) hervor. Das Auflagen-Minus entspricht rund 94 Prozent.

Für börsenotierte Unternehmen in Österreich und der Schweiz liegen keine Daten von 2009 vor. Vor allem in der Schweiz, aber auch in Österreich, habe der gedruckte Bericht offenbar noch einen etwas größeren Stellenwert, hieß es von der WU auf APA-Anfrage. Die befragten Schweizer Konzerne hatten im Jahr 2019 im Schnitt eine Auflage von 3.142 Exemplaren. Im österreichischen Leitindex ATX lag die durchschnittliche Druckauflage pro Unternehmen bei 1.842 Exemplaren.

Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Berichterstattung. Mehr als die Hälfte der befragten börsennotierten Konzerne wollen den Geschäftsbericht künftig nur noch online veröffentlichen. "Dem PDF, dem Reporting-Standard XBRL (eXtensible Business Reporting Language) sowie Online-Geschäftsberichten werden jetzt und künftig die größte Bedeutung zugesprochen", sagte WU-Wissenschafterin Stephanie Mittelbach-Hörmanseder mit Verweis auf die Umfragedaten. Vor allem die Bedeutung von XBRL steige massiv. "Dieses Ergebnis ist nicht verwunderlich. Immerhin müssen die meisten der befragten Unternehmen erste Teile ihrer Berichte (insbesondere die Abschlusstabellen) ab dem Berichtsjahr 2020 in dem Format aufbereiten."

Die WU hat im Jahr 2009, 2014 und 2019 die größten börsennotierten Konzerne aus dem deutschsprachigen Raum zu Entwicklungen in der Unternehmensberichterstattung befragt. 2019 beteiligten sich insgesamt 60 Berichtsverantwortliche von Unternehmen aus den deutschen Aktienindizes DAX, MDAX, TecDAX, dem österreichischen ATX sowie dem Schweizer SMI an der Online-Befragung. Bei einer Grundgesamtheit von 141 Unternehmen belief sich die Rücklaufquote auf 42,6 Prozent.

Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung