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Soros für "Förderung der Wissenschaft" ausgezeichnet © APA (Neubauer)
Soros für "Förderung der Wissenschaft" ausgezeichnet © APA (Neubauer)

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US-Investor Soros erhält Schumpeter-Preis 2019

21.06.2019

Der scheidende Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny zeichnet am 21. Juni dem US-Investor und Philanthropen George Soros mit dem Schumpeter-Preis 2019 aus. Die Ehrung der Schumpeter-Gesellschaft, an deren Spitze Nowotny kürzlich Altbundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) als Präsident abgelöst hat, wird im Kassensaal der Oesterreichischen Nationalbank überreicht.

Die Schumpeter-Gesellschaft wurde 1991 vom damaligen Bundeskanzler Vranitzky gegründet. Sie ist nach dem in Österreich geborenen Harvard-Ökonomen Joseph Alois Schumpeter (1883-1950) benannt. Der Schumpeter-Preis wird "für innovative Leistungen auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Politik und der Wirtschaftswissenschaften verliehen".

Nach Angaben der Schumpeter-Gesellschaft erhält Soros die Auszeichnung für sein "Engagement für die Freiheit und Förderung der Wissenschaft". "George Soros ist ein herausragender Entrepreneur im Schumpeter'schen Sinne, der zeigt, dass Einzelpersonen etwas bewegen und einen Unterschied machen können", begründete der Generalsekretär der Schumpeter-Gesellschaft, Christian Minutilli, die Vergabe der Auszeichnung gegenüber der APA.

Podiumsdiskussion zu illiberalen Demokratien

Im Anschluss an die Preisverleihung findet eine Podiumsdiskussion zum Thema "European Integration under Threat from Illiberal Democracies?" (Wird die europäische Integration von illiberalen Demokratien bedroht?) statt. An der Diskussion nimmt auch Michael Ignatieff, Rektor der Central European University (CEU), teil. Die von Soros mitbegründete, in Budapest ansässige Hochschule musste aufgrund des politischen Drucks der ungarischen Regierung einen Teil ihrer Programme kürzlich aus Ungarn nach Wien verlegen.

Der 1930 geborene ungarischstämmige US-Investor Soros setzt sich seit Jahrzehnten mit seinen Open Society Foundations weltweit für liberale Werte und eine "offene Gesellschaft" ein. Der Milliardär wurden in den vergangenen Jahren zum "Staatsfeind Nr. 1" der rechtsnationalen ungarischen Regierung von Viktor Orban. Diese wirft ihm unter anderem vor, er wolle außereuropäische Migranten gezielt in Europa ansiedeln. Von Orban stammt auch der Begriff der "illiberalen Demokratie", als Gegenstück zur "liberalen Demokratie".

Mitbegründer und wichtigster Unterstützer der CEU

Soros ist Mitbegründer und wichtigster Unterstützer der CEU. Die in Ungarn und den USA akkreditierte Privathochschule musste aufgrund von Gesetzesänderungen in Ungarn, die sie gezielt ins Visier nahmen ("lex CEU"), seine Studienkurse, die US-Diplome vergeben, nach Wien übersiedeln. Die Lehrtätigkeit in der Bundeshauptstadt soll heuer im Herbst starten, mittelfristig ist die Errichtung eines Campus auf dem Gelände des bisherigen Otto-Wagner-Spitals in Wien-Penzing geplant.

Die bisherigen Träger des Schumpeter-Preises sind eine bunte Mischung aus Politikern, Unternehmern, Ökonomen und wirtschaftspolitischen Spitzenfiguren. Die Auszeichnung erhielten bisher unter anderem der spätere tschechische Ministerpräsident und Staatspräsident Vaclav Klaus (1991), der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (1993), der US-Medienunternehmer und CNN-Gründer Ted Turner (1994), der damalige Weltbankpräsident Jim Wolfensohn (2002), der zweimalige italienische Premier Romano Prodi (1999), der damalige EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen (2004), Magna-International-Gründer Frank Stronach (2010) oder der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi (2013). Zuletzt wurde 2016 das chinesische Unternehmerehepaar Chen Hailun und Jin Haifen, Gründer des Klavierherstellers Hailun Pianos, ausgezeichnet.

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