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Umfrage: Mittleres Management blockiert oft Innovationen

18.07.2019

Die meisten Innovationsversuche von Unternehmen scheitern an internem Widerstand. Oft würden solche Projekte vom mittleren Management torpediert, das risikoavers sei, erklärte Anton Schilling vom Unternehmensberater Pioneers. Meist könnten Innovationsprojekte in Zusammenarbeit mit Start-ups erfolgreicher vorangetrieben werden als vom Unternehmen allein.

Pioneers hat 104 große Unternehmen (durchschnittlich 1.000 Mitarbeiter, 500 Mio. Euro Umsatz oder mehr) aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zum Thema Innovation befragt. Dabei hat sich gezeigt: interner Widerstand ist der Hauptgrund für das Misslingen von innovativen Projekten innerhalb eines Unternehmens. "Wir scheitern oft an der mittleren Managementebene. Das Top-Level-Management hat in den meisten Fällen das Commitment dazu abgegeben, solche Aktivitäten zu setzen, sonst wären sie nicht da".

Für ein Unternehmen könne es sinnvoller sein, mit einem Start-up zusammenzuarbeiten als Innovationen aus dem eigenen Unternehmen heraus zu versuchen. "Wenn es darum geht, die Kultur zu verändern und im Unternehmen die Denke und Arbeitsweise zu verändern, dann ist das die bessere Variante", so Schilling. In der Zusammenarbeit mit Start-ups werde "das Produkt gemeinsam mit dem Corporate Player entwickelt und auf den Markt gebracht", der Start-up Zugang sei "auf Kundenbedürfnisse maßgeschneidert" und deshalb erfolgreicher als unternehmensinterne Innovation.

Start-up "temporärer Zustand"

Bei einer solchen Kooperation müsse für das große Unternehmen dann nicht unbedingt ein direkter finanzieller Vorteil herausschauen, erläutert Studienautorin Antonia Frizberg, es könne auch vom Wissenstransfer profitieren. "Das Start-up kann sich weiterentwickeln, dafür kriegt das große Unternehmen ein bisschen Einblick in die Technologie und die Arbeitsformen dieses Start-ups und ist damit schon zufrieden." Diese Art der Kooperation findet offenbar Anklang: "Fast alle der befragten Unternehmen wollen in den nächsten zwei Jahren mit Start-ups zusammenarbeiten", so Frizberg.

Ein Start-up sei "ein Unternehmen, das noch nach einem Geschäftsmodell sucht", so Schilling. Das sei ein "temporärer Zustand", ein Unternehmen sei "nicht für zehn, fünfzehn Jahre ein Start-up". Beispiele für gescheiterte Innovationsprojekte gebe es unzählige, das gehöre einfach dazu. "Wenn man nicht die Offenheit hat zu akzeptieren, dass gewisse Projekte nicht funktionieren und scheitern werden, dann darf man in dem Umfeld gar nicht tätig werden", sagt Schilling.

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