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(v.l.n.r.): Barbara E. Reid mit Mark R. Francis und Rektor Martin Polaschek © Uni Graz
(v.l.n.r.): Barbara E. Reid mit Mark R. Francis und Rektor Martin Polaschek © Uni Graz

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Uni Graz verlieh Ehrendoktorat an US-Bibelwissenschafterin Reid

10.12.2019

Die US-amerikanische feministische Bibelwissenschafterin Barbara Reid ist kürzlich mit einem Ehrendoktorat der Universität Graz geehrt worden. Die in Chicago lehrende Biblikerin Reid ist Begründerin des "Wisdom Commentary", der weltweit einzigartigen wissenschaftlichen Kommentierung aller biblischen Bücher aus feministischer und geschlechtersensibler Perspektive, teilte die Uni Graz mit.

"Mit der Verleihung des Ehrendoktorats der Theologie würdigt die Universität Graz die Pionierleistung von Prof. Barbara Reid für die geschlechtersensible Interpretation des Alten und Neuen Testaments", begründete Rektor Martin Polaschek die Verleihung. Mit der Initiierung der Reihe "Wisdom Commentary" habe die dem Dominikanerinnen-Orden angehörende Professorin für Neues Testament an der Catholic Theological Union in Chicago "einen Meilenstein in der feministischen Bibelauslegung gesetzt", wie es vonseiten der Katholisch-Theologischen Fakultät hieß. Von den 58 geplanten Bänden sind in Kooperation von namhaften Forscherinnen mit Nachwuchswissenschafterinnen bisher 20 Bände erschienen. Derzeit arbeitet Reid mit ihrer Kollegin Shelly Matthews an einem Kommentar zum Lukasevangelium in dieser Reihe.

Das Ehrendoktorat wurde anlässlich des 25-jährigen Jubiläum des Fakultätsschwerpunkts "Frauen und Geschlechterforschung" an der Grazer theologischen Fakultät vergeben. "Wir wollen aus der feministischen Perspektive nicht nur die Frauen und den weiblichen Blickwinkel in der Bibel wieder sichtbar machen, sondern auch Geschlechterfragen neu stellen und die alten Texte diesbezüglich ausloten", erklärte Irmtraud Fischer, Sprecherin des Fakultätsschwerpunkts.

Die Universität Graz hat vor 35 Jahren erstmals ein Ehrendoktorat an eine Frau verliehen. Damals wurde die in diesem Jahr verstorbene deutsche Pionierin der feministischen Theologie, Elisabeth Gössmann, ausgezeichnet. Den nach ihr benannten gleichnamigen Preis, der seit 2001 alle zwei Jahre vergeben wird, ging am Dienstag an die deutsche Theologin Sabine Plonz für ihre Habilitationsschrift zum Wandel der modernen Familie und der protestantischen Ethik.

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