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ÖAW honoriert Leistungen von in Österreich arbeitenden Forschern © APA
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Verfassungsexperte Theo Öhlinger erhält höchsten Preis der Akademie

25.11.2019

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verleiht am 3. Dezember ihre höchsten Preise: Der Verfassungsjurist Theo Öhlinger erhält den Wilhelm Hartel-Preis. Den Erwin Schrödinger-Preis teilen sich heuer der Mathematiker Karlheinz Gröchenig und der Physiker Helmut Ritsch, der Biologe Reiner Wimmer bekommt den Elisabeth Lutz-Preis. Die Auszeichnungen sind mit je 15.000 Euro dotiert.

Mit den Preisen honoriert die ÖAW exzellente Leistungen von in Österreich arbeitenden Forschern. Öhlinger gehöre "zu den international sichtbarsten österreichischen Vertretern des öffentlichen Rechts", wie es am Montag in einer Aussendung der Akademie heißt. Das mehr als 50 Jahre umspannende Werk des 80-Jährigen Rechtswissenschafters zeichne sich vor allem durch seine große Vielfalt aus. Öhlinger, der in Innsbruck und Wien studiert hat und 1974 zum Professor an der Universität Wien berufen wurde, habe "maßgebende Beiträge zu verfassungsrechtlichen Schlüsselthemen, wie Demokratie, Rechtsstaat, Grundrechte oder Bundesstaat publiziert, und auch seine Leistungen auf dem Gebiet der Gesetzgebungslehre waren bahnbrechend".

Ein Preis für Zwei

Ebenfalls an der Uni Wien tätig ist der 60-jährige Mathematiker Karlheinz Gröchenig. Der Ko-Schrödinger-Preisträger habe mit seinem Buch "Foundations of Time-Frequency-Analysis" ein "absolutes Standardwerk" in Forschungsgebiet der Zeit-Frequenz-Analyse geschaffen. Der gebürtige Feldkircher kehrte nach Stationen in den USA, Kanada oder Deutschland im Jahr 2006 als Professor an die Fakultät für Mathematik an die Uni Wien zurück, wo er sein Studium 1985 abgeschlossen hat.

Gröchenig teilt sich die Auszeichnung mit dem Quantenphysiker Helmut Ritsch, der "insbesondere für seine grundlegenden Beiträge zum theoretischen Verständnis der Materie-Licht-Wechselwirkung und der Hohlraum-Quantenelektrodynamik ausgezeichnet" wird. Der 57-jährige theoretische Physiker beschäftigt sich an der Universität Innsbruck mit Fragen im Grenzbereich von Laserphysik, Festkörperphysik und Quanteninformationstheorie. Seit 2011 ist Ritsch Professor am Institut für Theoretische Physik in der Tiroler Landeshauptstadt.

Elisabeth-Lutz-Preis für 3D-Blutgefäße

Mit dem Elisabeth-Lutz-Preis wird heuer der Molekularbiologe Reiner Wimmer vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW ausgezeichnet. Dort gelang Wimmer und Kollegen die Entwicklung eines 3D-Organoid-Modells für Blutgefäße. Anhand dessen lassen sich Gefäße im Mikro-Maßstab herstellen und analysieren. Damit "gelang ihm ein völlig neuer Ansatz in der Diabetesforschung, da die Organoide - an denen sich beispielsweise potenzielle Medikamente testen lassen - äußerst genau den anatomischen und molekularen Aufbau von menschlichen Kapillaren widerspiegeln". Wimmer arbeitet seit 2012 als Postdoc am IMBA.

Neben den vier Haupt-Preisträgern erhalten am 3. Dezember auch zahlreiche Nachwuchswissenschafter Forschungspreise etwa für herausragende Publikationen, Masterarbeiten oder Dissertationen.

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