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In Summe vergibt der ERC 363 Mio. Euro an Gruppen © APA
In Summe vergibt der ERC 363 Mio. Euro an Gruppen © APA

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Vier ERC-Synergy Grants an Projekte mit österreichischen Forschern

11.10.2019

Der Europäische Forschungsrat (ERC) vergibt an 37 Forschungsgruppen einen mit jeweils bis zu zehn Millionen Euro (in Ausnahmefällen bis 14 Mio. Euro) dotierten "Synergy Grant". An vier dieser Kooperationsprojekte sind in Österreich tätige Wissenschafter beteiligt - zwei davon an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, je einer an der Technischen Universität Wien und der MedUni Wien.

In Summe vergibt der ERC 363 Mio. Euro an Gruppen mit zwei bis vier Wissenschaftern. Ziel ist die Unterstützung von Projekten, die ohne die enge Zusammenarbeit in diesen kleinen Gruppen nicht möglich wäre. Durch die Kombination von einander ergänzenden Fähigkeiten und Ressourcen sollen dabei ambitionierte wissenschaftliche Problemstellungen im Grenzbereich zwischen Disziplinen bearbeitet werden.

Auf den Spuren der "Völkerwanderung"

Walter Pohl, Direktor des Instituts für Mittelalterforschung der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), will im Projekt "HistoGenes" gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland, Ungarn und den USA klären, woher die Völker der "Völkerwanderung" kamen und welche Spuren die Wanderungsbewegungen in den frühmittelalterlichen Gesellschaften Europas hinterlassen haben. Dazu sollen 6.000 Grabfunde mit neuesten wissenschaftlichen Methoden analysiert werden.

Die Überwachungs- und Reparaturmechanismen des menschlichen Genoms stehen im Mittelpunkt des Projekts DDREAMM, in dem die Molekularbiologin Joanna Loizou vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW gemeinsam mit Kollegen aus der Schweiz und Großbritannien arbeitet. Ziel ist ein grundlegendes molekulares Verständnis der DNA-Reparatur.

Kommunikation zwischen Zellen

Der Entwicklungsbiologe Igor Adameyko vom Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien will im Projekt "Kill-Or-Differentiat" gemeinsam mit Forschern aus Frankreich, Schweden und den USA die Kommunikation zwischen Zellen entschlüsseln, um in weiterer Folge neue Therapieansätze gegen Krebs zu finden. Ansatzpunkt dabei ist das Neuroblastom, eine häufige Krebsart im Kindesalter.

Eine Atomuhr zu entwickeln, die weit präziser misst als die besten bisherigen Zeitmesser, ist das Ziel des Projekts "ThoriumNuclearClock", in dem Thorsten Schumm vom Atominstitut der Technischen Universität (TU) Wien mit Kollegen aus Deutschland und den USA kooperiert. Die Forscher wollen dabei Effekte im Atomkern nutzen und setzen dabei auf das Isotop Thorium-229 als Taktgeber.

Service: http://erc.europa.eu

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