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Was hält das künftige Budget für die Wissenschaft bereit?

01.10.2020

n zwei Wochen wird Finanzminister Gernot Blümel dem Parlament die Budgetpläne der Bundesregierung vorstellen. Neben den Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise werden darin auch die Weichen für Österreichs Investitionen im Bereich der Forschungsförderung, die auch die Grundlagenforschung umfasst, neu gestellt. Forscherinnen und Forscher blicken gespannt auf diese für die Zukunftsfähigkeit des Landes wichtige Wegmarke.

Angekündigt ist der Wachstumspfad bereits, doch jetzt wird es ernst mit dem tatsächlichen Ausmaß seiner Finanzierung. Wie stark wird Österreich angesichts der Corona-Krise künftig auf Wissenschaft und Forschung setzen? Wie attraktiv werden Forschungsförderer die Rahmenbedingungen in der Spitzenforschung gestalten können? Wird es möglich sein, Talente verstärkt zu fördern und den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in Österreich weiter zu forcieren?

Angespannte Situation in der Grundlagenforschung

Die Lage im Bereich der Grundlagenforschung ist angespannt: Die zu hohen Ablehnungsraten ("approved but not funded") in der Förderungsvergabe, der Wegfall der Mittel der Nationalstiftung und der wachsende Bedarf an Drittmittelfinanzierung aufgrund zahlreicher neuer Universitätsprofessuren untermauern den Investitionsbedarf im Bereich des Wissenschaftsfonds FWF. Im letzten Jahr musste der FWF insgesamt 160 exzellent begutachtete Projekte ablehnen, weil finanzielle Mittel in der Höhe von 60 Millionen Euro fehlten. Davon sind jährlich rund 500 Forschende betroffen. Dazu kommt der Wegfall der Mittel der Nationalstiftung ab 2021 - um sie kompensieren zu können, wären im Bereich des FWF-Förderungsbudgets zusätzliche 40 Millionen Euro pro Jahr erforderlich. Ansonsten drohen massive Einschnitte im Förderungsportfolio, wie etwa das Einstellen des Doktoratsprogrammes doc.funds und der Spezialforschungsbereiche SFB. Flankierend dazu würde eine bundesweite Exzellenzinitiative den Standort Österreich im Rennen um die besten Forschenden deutlich wettbewerbsfähiger machen. Alles Investitionen, die auch die OECD dringend empfiehlt.

Appelle aus Wissenschaft und Wirtschaft für eine bessere Dotierung der Grundlagenforschung

In ihrem öffentlichen Aufruf weisen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Jahres (https://science.orf.at/stories/3201851/) auf den dringenden Investitionsbedarf im Bereich der wettbewerbsorientierten Grundlagenforschung, besonders vor dem Hintergrund der Corona-Krise, hin. Prominente Stimmen aus der Wirtschaft sehen es ähnlich. So empfiehlt Severin Schwan, CEO des forschungsintensiven Pharmaunternehmens Roche, in Interviews zur Corona-Krise dem Staat, "besser in die Grundlagenforschung zu investieren". Die Corona-Pandemie hat erneut gezeigt: Durch eine themenoffene Grundlagenforschung ist man für zukünftige Herausforderungen gewappnet, egal wie, wann und wo sie auftreten werden. Darüber hinaus stärken die Innovationen aus Wissenschaft und Forschung die Konjunktur. "Wichtig ist, dass bei den anstehenden Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft das Ziel eines höheren Wachstums durch mehr Innovation verfolgt wird. Dabei dürfen Wissenschaft und Forschung, insbesondere auch die Grundlagenforschung, nicht vergessen werden. Ihnen kommt enorme Bedeutung für den Standort Österreich zu", erklärt Martin Kocher, Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS). "Ich vertraue auf die Weitsicht der Bundesregierung, die budgetären Weichen angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen wie Corona-Pandemie oder Klimaerwärmung hin zu mehr Investition in Wissenschaft und Forschung zu stellen. Spitzenforschung ist die beste Vorsorge für Wohlstand und Wohlergehen künftiger Generationen", so FWF-Präsident Klement Tockner im Hinblick auf die künftige Haushaltsplanung.

Aktuell machen die Investitionen im Bereich der FWF-Forschungsförderung mit 237 Millionen Euro nur 2 % aller F&E-Ausgaben aus. Jede Anhebung würde sich unmittelbar positiv auf das Innovationspotenzial von Österreichs Forschenden auswirken. Laut OECD ist daher die nachhaltige Förderung der Grundlagenforschung der wichtigste und bei Weitem effizienteste Hebel, um Österreich als Forschungs- und Innovationsland international noch stärker zu positionieren.

Quelle: FWF

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