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Werden Facebook, Google & Co fair besteuert? - Tagung zu Digitalisierung und Besteuerung

14.02.2019

Das intensiv diskutierte Thema einer fairen Besteuerung der digitalen Wirtschaft ist am 28. Februar 2019 in Salzburg Thema einer Tagung, bei der Wissenschafter/innen der Universitäten Salzburg, Wien, Linz und Salzburg Research sowie erfahrene Vertreter der Wirtschaftstreuhänder und eine Expertin des Finanzministeriums (BMF) referieren.

Wie bringt man Amazon, Apple, Alphabet-Google, Facebook und andere Unternehmen der digitalen Wirtschaft dazu, ihre Gewinne dort zu versteuern, wo sie erwirtschaftet werden? Wie könnte eine Digitalsteuer ausgestaltet sein? Wie lassen sich Wettbewerbsverzerrungen durch die Sharing Economy wie Uber oder Airbnb eindämmen? Wie verändert die Digitalisierung die praktische Tätigkeit von Wirtschaftstreuhändern? Antworten aus der Sicht des Steuerrechts werden bei der Fachtagung am 28. Februar auf der Edmundsburg der Universität Salzburg gegeben.

Veranstaltet wird die Tagung von den Wirtschaftswissenschafterinnen Univ.-Prof. Dr. Sabine Urnik und Dr. Elisabeth Steinhauser, LLM.oec. vom WissensNetzwerk Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt der Universität Salzburg.

Die Digitalisierung hat zu beträchtlichen Umbrüchen in der Wirtschaft geführt, parallel dazu wurden die steuerlichen Rahmenbedingungen (noch) kaum angepasst. Bei vielen Unternehmen der digitalen Wirtschaft fehlen die klassischen Produktionsstätten, welche die Basis für die traditionelle Unternehmensbesteuerung bilden. Für die Wertschöpfung der digitalen Unternehmen sind vielmehr immaterielle Vermögensgegenstände wie Daten ausschlaggebend. Folglich können Internetkonzerne ihre Gewinne meist problemlos in Niedrigsteuerländer und Steueroasen verlagern.

"Ziel unserer Tagung ist es, Lösungsansätze aufzuzeigen, wie diesen problematischen Entwicklungen aus der Sicht des Steuerrechts begegnet werden kann", sagt Sabine Urnik, Professorin für Steuerlehre und Rechnungslegung am Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Salzburg und stellvertretende Leitern des dortigen WissensNetzwerks Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt. "Die Digitalisierung hat ja vielfältige Ausprägungen. In betriebswirtschaftlicher Hinsicht ruft sie beispielsweise neuartige wirtschaftliche Phänomene hervor, lässt neue Geschäftsmodelle entstehen und verändert bestehende Geschäftspraktiken und unternehmerische Arbeitsabläufe."

In der ersten Session, in der es um ausgewählte wirtschaftliche Phänomene der Digitalisierung geht, geben Veronika Hornung-Prähauser und Petra Stabauer, die bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H. tätig sind, einen Überblick über die neuen Geschäftsmodelle und Technologien (zB Blockchain, Smart Contracts).

Daraus werden zwei konkrete Beispiele herausgegriffen und im Lichte des Steuerrechts analysiert:

Elisabeth Steinhauser von der Universität Salzburg, Co-Veranstalterin der Tagung, setzt sich in ihrem Vortrag mit Kryptowährungen (zB Bitcoin) auseinander, deren steuerliche Erfassung derzeit intensiv und teilweise kontrovers diskutiert wird.

Sabine Urnik wiederum wird sich am Beispiel von Airbnb mit der Besteuerungsproblematik der Sharing Economy, der "Ökonomie des Teilens" auseinandersetzen. Die Sharing Economy stellt neue Herausforderungen an die Besteuerungsregeln, weil es regelmäßig zu Überschneidungen zwischen privaten und wirtschaftlichen Aktivitäten kommt. Zufriedenstellende Regelungen zu finden, ist oft schwierig, wie der Abbruch der Verhandlungen mit Airbnb in Wien oder die Konflikte in Salzburg gezeigt haben.

Die zweite Session der Tagung widmet sich der Besteuerung der digitalen Wirtschaft, die in den vergangenen Monaten - insbesondere während der Ratspräsidentschaft Österreichs - für besondere mediale Aufmerksamkeit gesorgt hat: Werden Amazon, Apple, Google, Facebook & Co. in Österreich "fair" besteuert? Stellen Nutzerdaten, die wir für die Inanspruchnahme von digitalen Gratis-Leistungen (z.B. bei Google oder Facebook) "bekanntgeben", ein Entgelt im steuerlichen Sinn dar?

Diesen Fragen gehen Sabine Kirchmayr-Schliesselberger von der Universität Wien und Michael Tumpel von der JKU Linz nach. Sie zeigen im Bereich der Ertrag- und Verkehrsteuern bzw. Umsatzsteuer etwaige Defizite in der steuerlichen Erfassung von wirtschaftlichen Vorgängen auf und analysieren alternative Lösungsvorschläge (zB Digitalsteuer und deren mögliche Ausgestaltung) gemeinsam mit Veronika Daurer, die sich im Bundesministerium für Finanzen mit diesen Themen und den legistischen Umsetzungsmöglichkeiten einer Digitalsteuer befasst.

Den praktischen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Berufsbilder und Tätigkeiten des Wirtschaftstreuhänders ist eine letzte Session der Tagung gewidmet. Die beiden Referenten, Werner Rosar und Diether Daemon, sind in international agierenden Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien in Wien bzw. Salzburg tätig. Sie analysieren die bereits erfolgten und künftig möglichen digitalen Entwicklungen in der Steuerberatung bzw. der Wirtschaftsprüfung und mögliche Reaktionen darauf, was insbesondere für aktiv tätige Wirtschaftstreuhänder von großem Interesse ist, aber auch künftig Einfluss auf die universitäre Lehre bei der Bildung und Ausbildung von Studierenden nehmen könnte.

Veranstaltung: "Digitalisierung und Besteuerung"

Programm: https://uni-salzburg.at/fileadmin/multimedia/Schwerpunkt%20Recht/documents/Einladung_zur_Tagung_Digitalisierung_und_Besteuerung.pdf

Wann: Donnerstag, 28. Februar 2019, 12 - 19 Uhr

Wo: Universität Salzburg, Edmundsburg, Europasaal, Mönchsberg 2

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Wegen der beschränkten Raumkapazitäten wird um zeitnahe Anmeldung gebeten (entweder unter https://online.uni-salzburg.at/plus_online/selfregister.CMSAnmeldung?porgnr=13941&pva_nr=64663 oder per E-Mail an maria.stoiber@sbg.ac.at)

Rückfragehinweis:  
Univ.-Prof. Dr. Sabine Urnik
Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
BT Rechnungslegung und Steuerlehre
Kapitelgasse 5-7, 5020 Salzburg
t.: 0662 8044-3701
sabine.urnik@sbg.ac.at
Dr. Elisabeth Steinhauser, LLM.oec.
Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
BT Rechnungslegung und Steuerlehre
Kapitelgasse 5-7, 5020 Salzburg
t.: 0662 8044-3719
elisabeth.steinhauser@sbg.ac.at
Aussender:
HR Mag. Gabriele Pfeifer
Leitung Public Relations  und Kommunikation
Universität Salzburg 
Kapitelgasse 4-6, 5020 Salzburg
Tel: 0043/(0)662-8044-2435
mobil: 0664-8482340
gabriele.pfeifer@sbg.ac.at
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