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Grazer Tagesklinik hilft bei "schulvermeidendem Verhalten"

19.05.2017

Mit den nahenden Sommerferien kehrt nun in die Tagesklinik für schulspezifische Störungen im Landeskrankenhaus Graz Süd-West Stille ein: Seit vier Jahren wird dort Kindern und Jugendlichen mit Schulproblemen geholfen, unter anderem auch jenen, welche den Unterricht meiden, wie Sandra Möstl, pädagogische Leiterin der Tagesklinik, gegenüber der APA erklärte.

Warum Kinder und Jugendliche nicht in die Schule gehen möchten, kann laut Möstl mehrere Gründe haben: Einerseits kann die Ursache zuhause liegen, wenn Kinder Angst haben, die Wohnung zu verlassen - sei es wegen der Krankheit eines Elternteils, sei es aus Sorge, dass sich die Eltern in der Zwischenzeit trennen könnten. Andererseits können Leistungsdruck, Über- oder Unterforderung sowie Mobbing Motive sein. Dazu kommen in einzelnen Fällen psychische Krankheiten - wie eine frühe Form der Schizophrenie - die hinter dem zwanghaften Fernbleiben liegen können.

So vielfältig die Ursachen, so unterschiedlich auch die Möglichkeiten einzugreifen: Neben Therapieeinheiten und Gruppenangeboten werden Kinder vereinzelt auch medikamentös behandelt. Wenn die Umstände stimmen - die Klinik für das Kind erreichbar ist und die Eltern mitarbeiten - kann das schulpflichtige Kind im Alter zwischen sechs und fünfzehn Jahren aufgenommen werden.

Nach einer Diagnose, warum das Kind dem Unterricht fernbleiben möchte, und intensiver Verhaltensbeobachtung gibt es für Kinder und Jugendlichen unterschiedliche Therapien. Ein ergänzendes Freizeitangebot - von therapeutischem Klettern über kreative Kurse bis hin zu Ausflügen mit der Gruppe - gehört dazu. Ab der siebenten Woche wird das Kind auch zur Schule begleitet und dort unterstützt. "Das Programm zwischen acht und zehn Wochen ist ein guter Startschuss, meistens möchte das Kind dann auch wieder in den Unterricht. Viele brauchen aber noch weiterführende Hilfe, deshalb ist es wichtig, dass wir so gut mit der Jugendhilfe und den Schulen zusammenarbeiten", sagte Möstl. Neben dem "schulvermeidendem Verhalten" beschäftigt sich die Klinik mit ihren sechs Plätzen auch mit schulstörendem Verhalten, zum Beispiel im Falle von Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

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