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Land Tirol startet Offensive für Lehrberufe im Tourismusbereich

02.07.2019

Um dem Fachkräftemangel im Tourismusbereich entgegenzuwirken, startet das Land Tirol ab Herbst ein Programm für Lehrlinge ab 18 Jahren, die eine Ausbildung in dieser Sparte beginnen möchten. Konkret sollen die Ausbildungskosten zum größten Teil übernommen und die Lehrzeit auf 18 Monate verkürzt werden, teilte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bei einer Pressekonferenz mit.

Die Initiative richte sich an junge Erwachsene, die bei "voller Gage", wie Platter betonte, eine Lehre zur Hotelfachfrau oder Hotelfachmann, Restaurantfachfrau oder Restaurantfachmann und Koch oder Köchin machen wollen. Gerade in diesem Bereich habe Tirol "die größten Defizite". Man sei danach "voll ausgebildet und hat zusätzlich noch eine Jobgarantie", bewarb der Landeshauptmann die Maßnahme. Sie wurde von der 2015 ins Leben gerufenen Fachkräfteplattform, der auch die Sozialpartner angehören, ausgearbeitet und vorgestellt.

2.033 offene Lehrstellen

Prinzipiell sei man im Bereich der Lehrlingsausbildung in Tirol aber auf dem richtigen Weg, hieß es. Im Jahr 2018 befanden sich um 146 Personen mehr in der Lehre als im Vorjahr. "Wir konnten den Trend stoppen, dass wir einen Rückgang bei den Lehrlingen haben. Das ist etwas, wo wir aufbauen können", so der Landeshauptmann. Derzeit gebe es 2.033 offene Lehrstellen und 548 seien auf der Suche nach einer passenden Stelle, berichtete Platter.

Laut dem Tiroler Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Walser will man mit der Maßnahme "Aussteiger aus der Schule oder Maturanten ansprechen, die nach der Schule etwas machen wollen". Die Ausbildungskosten pro Lehrling würden insgesamt 5.800 Euro betragen. "Die Fachgruppen Hotellerie und Gastronomie der Wirtschaftskammer und der Tourismusförderungsfonds des Landes Tirol fördern 5.000 Euro, jeweils zu 50 Prozent", erklärte Walser. Als Lehrling würde man sich dann in einem Angestelltenverhältnis befinden.

Für den Tiroler Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl zeige man damit, dass Tirol gegen den Fachkräftemangel im Tourismusbereich etwas unternehme. "Im Osten versucht man, das Problem aufs Abstellgleis zu stellen", so Zangerl. Auch Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) meinte, dass die Initiative "ganz wesentlich" sei und sprach sich einmal mehr dafür aus, dass Asylwerber, die sich bereits in einer Lehrausbildung befinden, diese auch abschließen dürfen. Das wäre ein "kluges und menschliches Signal".

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