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Ortet dringenden Handlungsbedarf: Johanna Mikl-Leitner © APA
Ortet dringenden Handlungsbedarf: Johanna Mikl-Leitner © APA

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Mikl-Leitner fordert Verdoppelung der Medizin-Studienplätze

27.08.2019

Unter Hinweis darauf, "dass wir auf einen drohenden Ärztemangel zusteuern", fordert Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) eine Verdoppelung der Medizin-Studienplätze in Österreich. Jahr für Jahr würden weniger Mediziner ausgebildet als benötigt werden. Das müsse sich ändern.

Interessenten für das Medizin-Studium gäbe es genügend, aber nur etwa zehn Prozent bekämen einen Platz, betonte Mikl-Leitner in einer Aussendung. Wenn noch dazu 50 Prozent der Allgemeinmediziner in den kommenden zehn Jahren in Pension gingen, "dann sieht man schon alleine an diesen Zahlen den dringenden Handlungsbedarf im Mediziner-Nachwuchs".

Für eine flächendeckende, wohnortnahe und allgemeinmedizinische Versorgung, für ausreichenden allgemeinmedizinischen Nachwuchs und für eine Entlastung der Ambulanzen in den Spitälern brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung in Österreich, appellierte Mikl-Leitner. "Die Verdoppelung der Medizin-Studienplätze ist ein wesentlicher Bestandteil der Initiativen, die jetzt vorangetrieben werden müssen."

Reaktion ÖAK

Mehr Medizin-Studienplätze werden laut Österreichischer Ärztekammer (ÖAK) das von Mikl-Leitner angesprochene Problem eines drohenden Ärztemangel nicht lösen. Es müssten die Ausbildungsqualität und die Rahmenbedingungen für Jungärzte verbessert werden, damit diese auch in Österreich tätig seien, so Vizepräsident Harald Mayer.

Der Knackpunkt sei nicht die Zahl der Absolventen. Vielmehr würde sich der Staat Medizinstudierende leisten, "die dann nicht im österreichischen Gesundheitssystem als Ärzte tätig sind", so Mayer. Er bezeichnete es zudem als "wirtschaftlich sinnvollere Lösung", den Arztberuf attraktiver zu gestalten. Dazu gehörten auch Gruppenpraxen und neue Job-Sharing-Modelle im niedergelassenen Bereich.

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