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Faßmann, geboren in Deutschland, absolvierte Schulzeit und Studium in Wien © APA
Faßmann, geboren in Deutschland, absolvierte Schulzeit und Studium in Wien © APA

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Heinz Faßmann - Kurz' Professor wird wieder Bildungsminister

03.01.2020

Das Bildungsressort wandert nach einer kurzen Unterbrechung wieder in die Hände von Heinz Faßmann. Der 64-jährige gebürtige Deutsche war vor seinem Wechsel in die Politik Professor für Angewandte Geographie, Raumforschung und Raumordnung sowie Vizerektor an der Uni Wien. Der Einstieg des 2,04 Meter-Mannes in die Politik erfolgte über die Experten-Schiene.

Als der aktuelle ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit 24 Jahren das Integrationsstaatssekretariat übernahm, war ihm rasch klar, dass es Expertise von außen braucht. Gelegen kam ihm da Faßmann, weithin anerkannter Migrationsexperte und nur zu gerne bereit, dem jungen Staatssekretär Wissen mit auf den Weg zu geben.

Der Mann, auf den Kurz hört

Bis heute gilt Faßmann in der Sache als jener Mann, auf den Kurz hört. Längst zum Vorsitzenden des Integrationsbeirats geworden, vermied es Faßmann lange Zeit, allzu politische Aussagen zu tätigen. Vielmehr bemühte er sich, Fakten in den Vordergrund zu schieben. Die Interpretation überließ er meist lieber der Politik - freilich mit Ausreißern. So trat Faßmann dafür ein, Eltern, die Kinder am Schulbesuch hindern, mit Sanktionen zu versehen. Auch warb er dafür, Lehrerinnen das Kopftuch zu verbieten.

Seine universitäre Laufbahn führte Faßmann, der in Düsseldorf geboren wurde, aber seine gesamte Schulzeit und sein Studium in Wien absolvierte, über das Institut für Höhere Studien (IHS) und die Akademie der Wissenschaften (ÖAW) auf Umwegen wieder nach Wien. 1996 wurde Faßmann Professor an der Technischen Universität München, vier Jahre später aber bereits wieder an die Uni Wien berufen. 2011 avancierte er dort zum Vizerektor für Personalentwicklung und internationale Beziehungen, später übernahm er die Agenden für Forschung und Internationales. Im Dezember 2017 begann er seine erste Amtszeit als Bildungsminister, die nach den Turbulenzen um das Ibiza-Video im Frühjahr 2019 endete.

Was aus der ersten Amtszeit blieb

Aus Faßmanns erster Amtszeit bleibt vor allem die Einführung von Deutsch-Klassen, eines Kopftuch-Verbots für Kindergarten-und Volksschulkinder sowie die frühere Verpflichtung zu Ziffernnoten in der Volksschule in Erinnerung. Im Hochschulbereich wurden in einzelnen Fächern neue Zugangsbeschränkungen eingeführt, umgekehrt stand Faßmann in Sachen Studiengebühren auf der Bremse.

Politisch wurde der verheiratete Vater von zwei Kindern, der in Perchtoldsdorf vor den Toren Wiens lebt, stets eher dem bürgerlichen Lager zugeordnet. Er ist regelmäßiger Kirchgänger, sein Sohn war in der örtlichen Jungen ÖVP Obmann.

Zur Person: Heinz Faßmann, geboren am 13. August 1955 in Düsseldorf, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Doktor der Geographie und Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Abschluss an der Uni Wien). Seit 2000 Professor an der Uni Wien. 2010 Vorsitzender des Expertenrats im Integrationsministerium, 2011 Vizerektor der Uni Wien, 2017-2019 Bildungsminister.

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