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Schulsachen zum Lachen: Neues Kabarett von HAK-Lehrer Andreas Ferner

05.02.2020

Ausgerechnet in den Semesterferien, wenn andere auf der faulen Haut liegen oder sich auf Skipisten tummeln, hat der Wiener HAK-Lehrer Andreas Ferner Vollstress. "Chill amal, Fessor!", heißt sein neues Kabarettprogramm, doch der Titel gilt vorerst nicht für ihn: "Nach den ersten drei Vorpremieren gilt es nun, Ballast abzuwerfen und das Material einzudicken", sagt Ferner im Gespräch mit der APA.

Am 17. Februar hat das Programm im Wiener Orpheum Premiere. Nach "Schule, OIDA!" (2013) und "BildungsFERNER" (2016) ist es Ferners drittes Programm, das sich gänzlich mit dem vielfachen Freud und Leid in heimischen Schulen beschäftigt. "Mein Vorteil ist: Im Gegensatz zu vielen selbst ernannten Bildungsexperten weiß ich, wovon ich rede. Ich stehe jedem Tag im Klassenzimmer." Das sei sogar ein zweifacher Vorteil, versichert Ferner, der an einer Wiener Handelsakademie kaufmännische Fächer unterrichtet. Nicht nur bekomme er den Stoff für seine Programme quasi frei Haus geliefert, auch sei der Unterricht ein glänzendes Training für jeden Bühnenauftritt. "Schüler sind das denkbar härteste Publikum. Wer vor ihnen bestehen kann, der braucht sich vor nichts zu fürchten."

Dabei ist der 46-Jährige, dessen zwei Kinder demnächst ins schulpflichtige Alter kommen, in jeder Hinsicht ein Profi. Er hat nicht nur an der Wirtschaftsuniversität Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik studiert, sondern auch eine profunde Moderations- und Schauspielausbildung absolviert. Sein Lebenslauf listet zahlreiche Film- und Fernsehauftritte und etliche Kabarettprogramme auf. Begonnen habe er mit politischem Kabarett, erzählt Ferner. Aber erst seit er sich auf Bildungs- und Schulthemen konzentriere, sei er in seinem Zweitberuf wirklich durchgestartet. "Einerseits hat wirklich jeder einen persönlichen Bezug dazu, andererseits ist die bildungspolitische Debatte in der medialen Berichterstattung sehr präsent."

Abbild des Schulalltags

Aktuelle Themen wie PISA-Testungen, Integration und Kopftuchverbot werden auch in "Chill amal, Fessor!" gestreift, doch im Wesentlichen gehe es ihm vom Elternsprechtag bis zum Umgang mit Social Media um ein Abbild des Schulalltags, der in der Realität mehr zum Ärgern als zum Lachen Anlass gebe. Seine Programme seien zwar kritisch, aber empathisch und konstruktiv, versichert er. Das hätten auch seine Vorgesetzten erkannt, die seine kabarettistischen Aktivitäten stets genau verfolgt und sich nun auch zur Premiere angesagt haben. Und seine Schüler? Fürchten diese nicht, sich auf der Bühne plötzlich wiedererkennen zu müssen? Ganz im Gegenteil, meint Ferner. "Die Schüler finden es cool. Die freuen sich, dass jemand ihren Alltag und ihre Probleme ernst nimmt - auch, wenn man darüber lachen kann."

Das haben auch einige Kollegen von Andreas Ferner erkannt. In Deutschland schöpft der Deutschlehrer Johannes Schröder aus seinem eigenen Berufsalltag und bringt sie als "Herr Schröder" auf die Bühne. Die meisten Februar-Termine seiner aktuellen Show "World of Lehrkraft - Ein Trauma geht in Erfüllung" sind bereits ausverkauft. Hierzulande ist etwa der steirische Religionslehrer Stefan Haider mit seinen Programmen "Supplierstunde" und "Freifach: Herzensbildung" aktuell in Österreich unterwegs, und bereitet der Volksschullehrer Markus Hauptmann nach Programmen wie "Ich weiß, was du letztes Schuljahr getan hast" oder "Ein echter Lehrer geht nicht unter" derzeit seine nächste Doppelstunde vor: "Was Sie nie über Lehrer wissen wollten..." feiert am 3. März in der Kulisse in Wien Premiere.

Service: Andreas Ferner: "Chill amal, Fessor!", Nächste Vorpremieren am 10. und 16. Februar, Wien, Aera, 12. Februar, Wien, Theater am Alsergrund. Premiere: 17. Februar, 20 Uhr, Wien, Orpheum. Weitere Vorstellungen siehe www.andreasferner.at; Karten: www.oeticket.at

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