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Partnerschaften für internationale Abschlüsse © APA (dpa)
Partnerschaften für internationale Abschlüsse © APA (dpa)

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Türen öffnen für Bildung- und Forschung: Sobotka in Ägypten

02.03.2020

Türen öffnen - neben bilateralen politischen Gesprächen die wesentliche Mission von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) bei seinem derzeitigen Besuch in Ägypten: Sowohl heimische Unternehmen als auch Bildungs- und Forschungseinrichtungen haben Interesse, im Land am Nil zu investieren bzw. Kooperationspartner zu finden - und zumindest Letztere trafen auf offene Türen, die ihnen Sobotka zum ägyptischen Hochschulminister Khaled Abdel Ghaffar öffnete.

Der hat nämlich, wie er beim Treffen mit dem österreichischen Gast erzählte, heuer bereits drei neue Universitäten eröffnet und fünf weitere in Planung. Und neugegründete Hochschulen in Ägypten sind mittlerweile verpflichtet, Partnerschaften mit ausländischen Universitäten einzugehen, um internationale Abschlüsse anbieten zu können. Da kamen Musik-Uni-Rektorin Ulrike Sych, der Vorstand der Fachhochschule Krems, Heinz Boyer und der Rektor der Kremser Donau-Uni, Friedrich Faulhammer, gerade rechtzeitig: Heimisches Know-how bei Schlüsselthemen wie Pflegeausbildung, E-Learning, Tourismusindustrie, aber auch Kulturmanagement und Musikerziehung traf auf großes Interesse bei den ägyptischen Hochschulvertretern, Kontakte wurden geknüpft, weiterführende Gespräche vereinbart.

Sobotka freute sich über das Erfolg versprechende Treffen und erinnerte an die in Entstehung befindliche EU-Afrika-Agenda: "Unsere Inputs werden darauf wesentliche Auswirkungen haben". Gelte es mit den österreichischen Initiativen im Bildungs- und Forschungsbereich doch nicht nur darum, neue Kooperationen zu stimulieren, sondern auch, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in den afrikanischen Staaten zu unterstützen, die für Europa essenzielle Bedeutung habe.

Gute Jobaussichten schlagendes Argument

Da traf Boyer bei seinen ägyptischen Gesprächspartnern einen Nerv, wenn er ihnen sagen konnte: "98 Prozent unserer Absolventen kriegen einen Job." In einem Land, in dem trotz zartem Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosenzahlen noch immer rund ein Drittel der Bevölkerung armutsgefährdet ist, ein schlagendes Argument. Das Boyer bereits in den nächsten Tagen nach Sharm el Sheikh führen wird. Das - nicht nur von Touristen, sondern auch von ägyptischen Präsidenten traditionell als Treffpunkt für internationale Besuche geschätzte - Freizeitrevier am Roten Meer hat nämlich seit kurzem eine Tourismushochschule, die auf internationale Kooperationspartner wartet.

Dass die vergleichsweise politische Stabilität und wirtschaftliche Aufwärtstendenz der drittgrößten Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents zum Teil auch zulasten menschenrechtlicher Standards europäischen Zuschnitts - Stichwort Todesstrafe, Stichwort Pressefreiheit - geht, sieht Sobotka differenziert: Selbstverständlich spreche er diese Themen immer wieder an, zuletzt im Gespräch mit seinem ägyptischen Parlamentspräsidentenkollegen Mustafa Madbouly am selben Tag - mit dem Ergebnis, dass seine Gesprächspartner im Gegenzug auf den Primat ihrer Bemühungen um wirtschaftliche Prosperität, Armutsbekämpfung und das friedliche Zusammenleben der Religionen verwiesen. Eine Demokratie nach klassischem westlichen Denkmodell sei Ägypten nicht. Allerdings: "Wir haben das Recht - und die Pflicht -, die Dinge anzusprechen. Aber wir haben nicht das Recht, ein moralisches Urteil darüber zu fällen, wenn man sieht, unter welchen Bedingungen sich das Land entwickeln muss", so Sobotka.

(COMPLIANCE-HINWEIS: Diese Berichterstattung erfolgt im Rahmen einer Pressereise auf Einladung des Nationalrates. Die Reisekosten werden zur Gänze vom Veranstalter getragen, die Berichterstattung erfolgt unter unabhängiger redaktioneller Verantwortung der APA-Redaktion.)

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