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Der freie Zugang zum Studium ist ein Spezifikum der Universitäten © APA (Neubauer)
Der freie Zugang zum Studium ist ein Spezifikum der Universitäten © APA (Neubauer)

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Wenige Uni-Studien mit Zugangsverfahren, aber jeder Zweite betroffen

03.03.2020

Derzeit gibt es nur bei 15 Prozent der 1.158 Bachelor- und Diplomstudien an Unis Zugangsbeschränkungen, trotzdem musste im Wintersemester 2019 bei jedem zweiten begonnenen Studium ein Aufnahmeverfahren absolviert werden. Grund ist die Konzentration eines Gros der Studenten auf Massenfächer: Zuletzt haben sich 56 Prozent der Anfänger in zwölf Prozent der Studienrichtungen eingeschrieben.

In den vergangenen Jahren sind laut Daten des Bildungsministeriums im Schnitt jeweils 40 Prozent der Neueinschreibungen in einem zugangsbeschränkten Studium erfolgt - die Bandbreite reicht dabei vom unverbindlichen Online-Self-Assessment, durch das man die eigene Studienentscheidung hinterfragen soll, bis zum Aufnahmetest in Studien mit beschränktem Platzangebot wie etwa Medizin.

52 Prozent mussten Aufnahmeverfahren absolvieren

Mit dem Wintersemester 2019 sind bundesweit neue Aufnahmeverfahren in Erziehungswissenschaft, Fremdsprachen und Jus dazugekommen. An einzelnen Unis wurde zudem die Möglichkeit genutzt, lokal überlaufene Fächer wie Soziologie, Politikwissenschaften oder Chemie zu beschränken. Die Folge: Im Wintersemester 2019 mussten bei 52 Prozent der Neueinschreibungen Aufnahmeverfahren absolviert werden.

Würden die Unis die rechtlichen Möglichkeiten für Aufnahmeverfahren voll ausschöpfen, würde dieser Anteil laut Prognose des Bildungsministeriums auf 73 Prozent steigen. Über alle Uni-Studien hinweg gäbe es dann bei 37 Prozent der Bachelor- und Diplomstudien eine Form von Zugangsbeschränkung.

Der freie Zugang zum Studium ist übrigens ein Spezifikum der Universitäten. Fachhochschulen, Privatuniversitäten und die für die Lehrerausbildung zuständigen Pädagogischen Hochschulen (PH) wählen seit der Gründung ihre Studienanfänger aus. Und auch an zehn der 21 öffentlichen Universitäten (sechs Kunstunis, drei Medizin-Unis sowie der Universität für Veterinärmedizin) ist der Zugang generell beschränkt. Betrachtet man Fachhochschulen sowie öffentliche und private Unis, mussten zuletzt bei 64 Prozent der Studien Aufnahmeverfahren absolviert werden.

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