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Auch außerhalb Europas werden derartige Maßnahmen ergriffen © APA (dpa)
Auch außerhalb Europas werden derartige Maßnahmen ergriffen © APA (dpa)

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Coronavirus - Weltweite Schulschließungen

13.03.2020

Immer mehr Staaten haben sich angesichts der Corona-Epidemie für die Schließung von Schulen entschlossen. Im Folgenden ein Überblick:

ÖSTERREICH hat im Rahmen einer Reihe von Schutzmaßnahmen den regulären Schulunterricht bis Ostern komplett eingestellt. An berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), AHS-Oberstufen, Berufsschulen und Polytechnischen Schulen findet ab Montag kein Unterricht mehr vor Ort statt. An Volksschulen, AHS-Unterstufen und Neuen Mittelschulen (NMS) wird zwar noch bis Dienstag unterrichtet - alle Schüler, die nicht kommen, gelten aber automatisch als entschuldigt. Die Schüler erhalten Übungsaufgaben, wo möglich wird auch auf Distance Learning umgestellt. Schüler unter 14 Jahren ohne Betreuungsmöglichkeit daheim werden am Schulstandort betreut, damit nicht durch das Coronavirus besonders gefährdete Senioren einspringen müssen.

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung werden die meisten Schulen und Kitas in DEUTSCHLAND ab der kommenden Woche geschlossen. Bis Freitagnachmittag kündigten 13 Bundesländer flächendeckende Schließungen an. Diese sind: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Landesregierungen dieser Entscheidung anschließen.

ITALIEN schloss als erstes Land alle Schulen und Universitäten bis zum 3. April. In dem am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Land Europas gelten derzeit die drastischsten Maßnahmen, das ganze Land gilt als "Schutzzone" mit massiven Einschränkungen für das alltägliche Leben.

In FRANKREICH hat Präsident Emmanuel Macron die Schließung aller Schulen, Hochschulen und Kindertagesstätten im Land angekündigt. Diese Anweisung gelte ab Montag "bis auf weiteres", sagte der Staatschef in einer Rede an die Nation. Die Coronavirus-Pandemie sei die "schlimmste Gesundheitskrise, die Frankreich seit einem Jahrhundert erlebt" habe.

In BELGIEN hatte die Föderalregierung ursprünglich davon abgeraten, Schulen zu schließen. Am Donnerstagabend kam nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats die Kehrtwende: Ministerpräsidentin Sophie Wilmes kündigte an, dass alle Schulen, Cafes und Restaurants bis kurz vor den Osterferien geschlossen bleiben.

LUXEMBURG schließt nicht nur alle Schulen bis Ende des Monats, auch Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern sind verboten. Es handle sich um Maßnahmen, wie es sie in Luxemburg noch nie gegeben habe, sagte Regierungschef Xavier Bettel.

In PORTUGAL beginnen die Schulschließungen am Montag und dauern bis zum Osterwochenende.

In SPANIEN wurden bisher nur in der Hauptstadtregion Madrid und in einigen Regionen im Norden des Landes Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen. Flächendeckende Schul- und Kindergartenschließungen wären in dem Land ein besonders ernstes Problem, da Großeltern oftmals eng in die Kinderbetreuung einbezogen sind. Staatliche Kinderbetreuung gibt es kaum.

In TSCHECHIEN sind seit Mittwoch Volksschulen und weiterführende Schulen bis auf weiteres geschlossen. Zudem verhängte das Land einen kompletten Reisebann. Ausländer dürfen ab Montag nicht mehr einreisen, Tschechen nicht mehr ausreisen.

Auch die SLOWAKEI verhängt wegen der Coronavirus-Pandemie ein Einreiseverbot für fast alle Ausländer. Zudem kündigte sie die Schließung aller internationaler Flughäfen, Schulen, kulturellen Einrichtungen und Vergnügungsstätten an.

POLEN ordnete die Schließung von Schulen, Kindergärten und Universitäten bis zum 25. März an.

RUMÄNIEN schloss bis zum 22. März die Schulen und rief Universitäten zu Online-Unterricht auf.

GRIECHENLAND verfügte bereits am Dienstag eine zweiwöchige Schließung aller Krippen, Schulen und Universitäten.

DÄNEMARK hat angesichts einer rasanten Ausbreitung des Virus für zwei Wochen Schulen, Kinderbetreuungsstätten und öffentliche Einrichtungen geschlossen.

In NORWEGEN verfügte die Regierung am Donnerstag die Schließung aller Schulen, Bars sowie anderer öffentlicher Einrichtungen. Es handle sich um die "stärksten und einschneidendsten Maßnahmen" in Norwegen in Friedenszeiten, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Auch in LETTLAND und LITAUEN bleiben die Schulen vorerst geschlossen.

In IRLAND sind seit Freitag alle Schulen, Hochschulen und Kindergärten geschlossen.

In BULGARIEN, wo es bisher ein Todesopfer und 23 Infektionen gab, soll der Ausnahmezustand erklärt und Schulen, Kindergärten und Universitäten geschlossen werden. Und auch in KROATIEN hat die Regierung hat verordnet, dass am Montag alle Bildungseinrichtungen für zwei Wochen schließen werden.

In der SCHWEIZ schließen wegen der Coronavirus-Pandemie alle Schulen bis mindestens 4. April. Das ordnete die Regierung am Freitag an.

Schließungen auch außerhalb Europas

Aber auch außerhalb Europas werden derartige Vorkehrungen getroffen. Der algerische Staatschef Abdelmadjid Tebboune ordnete die Schließung aller Schulen bis zum 5. April an, wie sein Büro mitteilte. Und auch Israel hat strenge Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Netanyahu kündigte an, man werde die Schulen und Universitäten schließen. Ausgenommen seien Sonderschulen und Kindergärten.

Und auch mindestens sechs US-Bundesstaaten kündigten an, Schulen zu schließen. Schulen in Ohio, Michigan, Oregon, Maryland, Kentucky und New Mexico wurden angewiesen, ab Montag für mindestens zwei Wochen zuzusperren. Dies betrifft Millionen von Schülern. Auch die Westküstenmetropole San Francisco kündigte die Einstellung des Schulbetriebs für zunächst drei Wochen an. Im besonders schwer von dem Coronavirus betroffenen Bundesstaat Washington kommt es ebenfalls zur Schließung von Schulen, allerdings nur in bestimmten Gebieten. In Washingtons größter Stadt Seattle schlossen alle öffentlichen Schulen für mindestens 14 Tage.

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