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Eisenstadt kündigt Fördervertrag mit Fachhochschule

23.06.2020

Die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt kündigt den Fördervertrag mit der Fachhochschule (FH) mit Jahresende auf, berichtete die FH Burgenland in einer Aussendung. Damit würden der FH rund 167.000 Euro jährlich entgehen. Die Kündigung sei "absolut unverständlich, eine große Enttäuschung und - gerade jetzt - höchst unsolidarisch", betonte FH-Geschäftsführer Georg Pehm.

Bisher habe die FH von der Stadt einen Gutteil ihrer Kommunalsteuer über die Förderung zurückerhalten. Nun kämpfe man aufgrund der Coronakrise ohnehin bereits mit sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben. Aufgrund der Kündigung müsse die FH ihre Budgets und Investitionspläne überarbeiten. Ab 2021 seien Investitionen von mindestens zehn Millionen Euro geplant. "Man muss nun prüfen, wie viel davon in Eisenstadt ohne Unterstützung der Stadt noch realisiert werden kann", sagte Pehm.

Denkbar sei auch, Ausbildungs- und Geschäftsbereiche an andere Standorte zu verlagern. Zunächst wolle die FH aber mit den Gemeinderatsfraktionen das Gespräch suchen. "Es wäre auch einzigartig in ganz Österreich und wohl in ganz Europa, dass eine Stadt ihre größte Hochschule völlig links liegen lässt", betonte Pehm.

Auch die SPÖ Burgenland reagierte mit Unverständnis. Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) gefährde damit den Standort, betonte Landesgeschäftsführer Roland Fürst in einer Aussendung. Es handle sich um eine "Geringschätzung gegenüber den 4.600 Studierenden und rund 800 haupt- und nebenberuflich Beschäftigten". Dass neben der Coronakrise auch die Nichteinhebung von Studiengebühren als Kündigungsgrund angegeben wurde, zeige, dass Steiner "seine parteipolitischen Agenden auf den Rücken der Studierenden" austrage, so Fürst.

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