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Die Bestimmungen des Friedensvertrages von St. Germain

10.09.2019

Der Vertrag von St. Germain vom 10. September 1919 war ein Instrument von 381 Artikeln und zahlreichen umfangreichen Annexen zur Regelung der vielen, sich aus der Auflösung der Donaumonarchie ergebenen Streitfragen politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Natur. In der Folge die wichtigsten, die österreichische Reichshälfte betreffenden Bestimmungen:

- An die neugegründete Tschechoslowakei, bestehend aus Böhmen, Mähren und Österreichisch Schlesien, der Slowakei und Karpato-Ukraine gehen einige Gemeinden Niederösterreichs, so Feldsberg (Valtice), der Bahnhof Gmünd und andere Orte. Den deutschsprachigen Gebieten Böhmens und Mährens wurde das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" verweigert.

- Italien erhält Südtirol, das Trentino und das Kanaltal, sowie Istrien samt Triest.

- Polen erhält Galizien.

- Rumänien erhält die Bukowina.

- Das neu gegründete Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien genannt) erhält die Untersteiermark und das Kärntner Mießtal.

- In Südkärnten findet eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zu Österreich oder zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen statt.

- Deutsch-Westungarn geht an Österreich, es erhält den Namen Burgenland. Der Name stammt von der deutschen Bezeichnung der Komitate Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg (ungarisch Moson, Sopron und Vas), von denen Teilgebiete zum neuen Bundesland vereinigt wurden.

- Die Verwendung von "Deutschösterreich" als Staatsname wird verboten, die künftige Bezeichnung lautet "Republik Österreich".

- Der Anschluss an das Deutsche Reich wird Österreich untersagt.

- Österreich wird zu Reparationszahlungen verpflichtet, deren Höhe von einer eigens eingesetzten Kommission festgelegt wird.

- Die allgemeine Wehrpflicht wird untersagt. Österreich wird nur ein Berufsheer von 30.000 Mann gestattet. Rüstungsfabriken und Waffen müssen zerstört werden.

- Der Vertrag enthält auch Artikel über die Gründung des Völkerbundes und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

- Die Donau wird internationalisiert.

Mit dem Inkrafttreten des Vertrages am 16. Juli 1920 gilt die Österreichisch-Ungarische Monarchie auch völkerrechtlich als aufgelöst.

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APA
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