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Studenten sollen selbst entscheiden können, was sie wo und wann studieren © APA
Studenten sollen selbst entscheiden können, was sie wo und wann studieren © APA

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European University mit Beteiligung der Boku plant digitalen Campus

13.01.2020

Die ersten von der EU geförderten European Universities, insgesamt 17 Netzwerken aus 114 Hochschulen, nehmen Gestalt an. Die EPICUR-Allianz, an der die Universität für Bodenkultur (Boku) Wien beteiligt ist, plant innerhalb der kommenden drei Jahre die Schaffung eines digitalen Campus für 307.000 Studentinnen und Studenten in sechs Ländern, hieß es in einer Aussendung der Boku.

Die Boku legt demnach mit ihren sieben Partnern (Unis aus Freiburg, Karlsruhe, Thessaloniki, Straßburg, Mülhausen, Amsterdam und Posen) den Schwerpunkt auf neue digitale Lehrformate wie eine auf Gamification basierende Lernplattform, den Ausbau der Mobilität (tatsächlich und virtuell) und gemeinsame Doktoratsprogramme. Neben den Hochschulen selbst sollen auch die Regionen von den Kooperationen profitieren. Die EPICUR-Allianz will außerdem auf einen "European Bachelor of Liberal Arts and Sciences" "hinarbeiten".

Neben der Boku ist auch die Uni Graz an einer European University, dem Netzwerk "ARQUS", beteiligt. Dieser Verbund mit Universitäten in Granada, Leipzig, Padua, Bergen, Vilnius und Lyon hat laut dem bereits im Oktober beschlossenen Partnerschaftsabkommen das Ziel, "die Bildung von kritisch engagierten EuropäerInnen sowie WeltbürgerInnen zu verbessern, die zu einem multikulturellen, mehrsprachigen, inklusiven und weltoffenen Europa beitragen können und wollen".

Individuell zusammengestelltes Studium

Bei den Europäischen Universitäten sollen Studenten einen europäischen Abschluss erwerben können, wobei sie ihr Studium individuell gestalten und selbst entscheiden können sollen, was sie wo und wann studieren. Bei der ersten Ausschreibung hatten sich 54 Netzwerke beworben.

Die European Universities gehen auf eine Idee von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zurück. Er wollte als Gegengewicht zu den renommierten US-Unis bis 2024 mindestens 20 europäische Universitäten gründen, "die ein Netzwerk von Universitäten aus mehreren Ländern Europas bilden und die einen Studienverlauf schaffen, in dem jeder Studierende auch im Ausland studieren kann und die Orte pädagogischer Neuerung und exzellenter Forschung sind". Die EU-Kommission und die Mitgliedsländer haben den Vorschlag aufgegriffen. In der aktuellen Pilotphase sollen Modelle zur Umsetzung des Konzepts getestet werden, bis 2024 soll es rund 20 European Universities geben. Im Rahmen des nächsten Programms Erasmus plus für 2021 bis 2027 soll die Initiative laut Europäischer Kommission vollständig umgesetzt und ausgebaut werden.

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