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Kromp-Kolb: "Wir müssen unheimlich schnell reagieren." © APA
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Klimaforscherin Kromp-Kolb betont Notwendigkeit des Handelns

10.02.2020

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb hat anlässlich eines Vortrags in Vorarlberg erneut vor einer Eskalation des Klimawandels gewarnt. "Wenn wir ein stabilisiertes Klima wollen, müssen wir das 1,5 Grad-Ziel einhalten. Die Entscheidung darüber fällt jetzt", sagte Kromp-Kolb. Werde diese Grenze überschritten, sei es nicht sicher, "dass wir die Temperatur je wieder herunterholen können".

Die Dringlichkeit der Situation werde unterschätzt, bedauerte die Klimaforscherin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vorarlbergs Klimaschutzlandesrat Johannes Rauch (Grüne): "Wir müssen unheimlich schnell reagieren." Sie verwies auf den Nationalen Klima- und Referenzplan, den Österreichs führende Klimawissenschafter entwickelt haben. "Zur Erreichung der Klimaneutralität werden in allen Sektoren und Themenfeldern sinnvolle Maßnahmen eingesetzt werden müssen", sagte Kromp-Kolb. Gleichzeitig hielt sie fest, dass - wird die Erwärmung eingegrenzt - Österreich auch 2040/50 noch schön sein werde. "Es kann eine Welt entstehen, in der wir mehr Lebensqualität haben als jetzt", so die Klimaforscherin.

Bund, Länder und Gemeinden müssen handeln

Rauch seinerseits strich hervor, dass Bund, Länder und Gemeinden "ins Handeln" kommen müssten. Dazu werde es auch auf gesetzlicher Ebene massive Anstrengungen brauchen, etwa beim Aus für Ölheizungen, das in Vorarlberg ab 2021 Wirklichkeit werden soll. "Unser Ziel für Vorarlberg lautet, dass ab 2021 keine Ölkessel mehr installiert werden", sagte Rauch. Die Zahl der bestehenden Ölkessel - derzeit etwa 27.000 - soll bis 2030 halbiert werden.

Besonders im Verkehrsbereich müsse mehr getan werden als bisher. "Wir haben in Vorarlberg seit zehn Jahren Erfahrung mit unserem Energieautonomieprogramm. Beim Verkehr sind die CO2-Emissionen aber nicht sinkend, sondern steigend", so der Landesrat. Er trat unter anderem vehement für die Abschaffung des Dieselprivilegs ein und fragte sich, warum es keine Kerosinsteuer gebe. Beim 1-2-3-Ticket könnten Vorarlberg und Tirol eine Pilotregion für das "2-er-Ticket" sein, so Rauch.

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