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Eigentlich hätte die NOST bereits 2017/18 flächendeckend starten sollen © APA (dpa)
Eigentlich hätte die NOST bereits 2017/18 flächendeckend starten sollen © APA (dpa)

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Neue Oberstufe: Lehrer pochen weiter auf Freiwilligkeit

03.04.2020

Trotz der geplanten Verschiebung der verpflichtenden Einführung der Neuen Oberstufe (NOST) bis 2023/24 pochen die Lehrervertreter weiter auf eine freiwillige Teilnahme der Schulen. Darüber hinaus soll es jenen Schulen, die bereits freiwillig auf die NOST umgestellt haben, weiter ermöglicht werden, auch wieder auszusteigen, heißt es in Stellungnahmen zu einem entsprechenden Gesetzesentwurf.

Durch den Entwurf wird der verpflichtende NOST-Start erneut verschoben. Eigentlich hätte die Neue Oberstufe bereits 2017/18 flächendeckend starten sollen, die ersten Probeläufe gibt es schon seit 2013/14. Anschließend wurde allerdings - auch auf Druck von Eltern-, Lehrer-und Schülervertretern - der Start immer wieder vertagt. Die letzte Verschiebung gab es erst im Jänner, und zwar von 2021/22 auf 2022/23.

Semester in Module unterteilt

Bei der NOST wird ab der 2. Klasse der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bzw. der 6. Klasse AHS der Lernstoff in je ein Semester umfassende Module unterteilt. Bei einer negativen Note in einem Fach muss dann nicht die ganze Klasse wiederholt, sondern nur das jeweilige Modul per "Semesterprüfung" positiv abgeschlossen werden. Bis zur Matura müssen aber alle "Nicht Genügend" ausgebessert sein - bis dahin dürfen die Schüler nicht zur Reifeprüfung antreten.

Sowohl die Personalvertreter im AHS- als auch jene im BMHS-Bereich haben ähnliche Stellungnahmen abgegeben. Die AHS-Vertreter "fordern mit Nachdruck, die Entscheidung über die Einführung der Neuen Oberstufe in die Schulautonomie zu übertragen". Die Vertreter der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) verlangen "eine unterschiedliche Betrachtungsweise bei der endgültigen Einführung der Neuen Oberstufe zwischen BHS und BMS". "Zumindest" für die BMS müsse es schulautonom eine unbefristete Ausstiegsmöglichkeit geben.

Der Rechnungshof (RH) kritisiert dagegen die Vorgehensweise bei der NOST-Einführung, dass Schulen "an bereits beschlossene komplexe Neuerungen schulrechtlicher Bestimmungen durch Schulversuche schrittweise herangeführt werden sollen". Die NOST sei bereits 2012 beschlossen und zunächst für 2017/18 verpflichtend vorgesehen gewesen mit der Möglichkeit, auch erst 2018 oder 2019 hineinzuoptieren. Bis dahin hatten die Schulen die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis Schulversuche durchzuführen. Mit diesem Modell habe das Ministerium auf eine Steuerung der Schulversuche verzichtet bzw. eine schrittweise Heranführung nicht sicherstellen können. "Die weitere geplante Verschiebung des Termins für das tatsächliche Inkrafttreten ist daher der Umsetzung des Reformvorhabens Neue Oberstufe nicht förderlich."

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