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Gabriele Kotsis wird Präsidentin von größter Informatikvereinigung

28.05.2020

Die österreichische Informatikerin Gabriele Kotsis (52) wird in den kommenden zwei Jahren der wichtigsten internationalen wissenschaftlichen Vereinigung auf dem Gebiet der Informatik - der ACM (Association for Computing Machinery) - als Präsidentin vorstehen. Das teilte die amerikanische Informatik-Gesellschaft in einer Aussendung mit.

Demnach wird das neue Präsidium, das neben der Leiterin des Instituts für Telekooperation an der Universität Linz (JKU) auch Joan Feigenbaum von der Yale University sowie Elisa Bertino von der Purdue University (beide USA) umfasst, seine Tätigkeit am 1. Juli aufnehmen. Kotsis sieht ihre Disziplin in einer Schlüsselrolle, wenn es darum geht, drängende gesellschaftliche Zukunftsfragen und Probleme anzugehen: "Keine andere Disziplin oder Technologie wird mehr Einfluss auf die Gestaltung der Zukunft haben als die Computerwissenschaft und -technologie", so die Wissenschafterin.

Das Forschungsfeld könne ebenso eine Rolle in der Klimakrise, wie im Bereich der medizinischen Forschung spielen und "unsere Demokratie schützen". Die ACM habe "das Potenzial, ethischer Vorreiter für alle Bereiche der Informatik zu sein", so Kotsis in einer Aussendung der Uni Linz.

Unerwartete Ehre

Die Wissenschafterin selbst habe mit ihrer Kür "nicht gerechnet". "Die Prominenz meiner Gegenkandidatin von Google (Google-Vizepräsidentin Elizabeth Churchill, Anm.) haben in mir ehrlicherweise nicht so große Erwartungen auf eine erfolgreiche Wahl aufkommen lassen." Es freue sie daher umso mehr, dass sie nun die erste nicht-angloamerikanische Präsidentin der renommierten Vereinigung ist, die mit dem Turing-Preis für Forschungen zur Künstlichen Intelligenz die bedeutendste Auszeichnung auf dem Gebiet vergibt.

Gabriele Kotsis wurde 1967 in Wien geboren, wo sie Wirtschaftsinformatik studierte. 2002 wechselte sie an die Uni Linz, wo sie 2007 bis 2015 als Vizerektorin für Forschung tätig war. Kotsis war Gründungsmitglied des Europa-Ablegers der ACM und erhielt für ihre Forschungsarbeit u.a. den Heinz Zemanek Award der Österreichischen Computer Gesellschaft.

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