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Studie: Wie zufrieden sind Studierende mit der Online Lehre in Corona-Zeiten?

17.06.2020

Viele Tools der Online-Lehre kommen - trotz Tücken im Detail - bei den Studierenden der Universität Salzburg sehr gut an. Das hat eine Umfrage zur Lernsituation in der Covid-19 Pandemie unter Studierenden der Kommunikationswissenschaft ergeben, durchgeführt während der Hochphase des Corona Shutdowns im Zeitraum zwischen Ende März und Mitte April 2020. Am besten wurden "Aufgezeichnete Videos mit Inhalten der Lehrveranstaltung" bewertet. Zugleich findet nur jeder zehnte Befragte die Online-Lehre effektiver als die Präsenzlehre, und der Arbeitsaufwand wird als erheblich höher eingestuft. Zwei Drittel der Studierenden geben zudem an, dass der virtuelle Vorlesungsbetrieb niemals die Präsenz-Uni ersetzen könne. Insgesamt wird die Online-Lehre ambivalent bewertet.

Wo liegen für Studierende die Schwierigkeiten beim Distance Learning? Und was kann rasch verbessert werden? Sophia Reiterer, Vorsitzende der Studienvertretung Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, wollte mit der Umfrage zur Lernsituation in der Covid-19 Pandemie den Mitstudierenden eine Möglichkeit geben, ihre Einschätzung der Lage kundzutun und gehört zu werden. "Das Ziel der Umfrage war, Ergebnisse an die Lehrenden und die Fachbereichsleitung weiterzutragen und dadurch Verbesserungen zu implementieren. Dabei war mir wichtig, dass wir die Studierenden nicht nur zum E-Learning befragen, sondern ein größeres Bild der Situation zeichnen können, in der sie sich derzeit arbeits- und wohnmäßig befinden. Die Ergebnisse der Umfrage sind auf großes Interesse bei Studierenden, Lehrenden, dem Dekan der KGW und dem Vizerektor für Lehre gestoßen," so Reiterer.

Digitale Tools: Voraufgezeichnete Videos sind Favoriten

Im Fragebogen waren u. a. die verschiedenen digitalen Lehrformen zu bewerten. Klare Sieger sind vorab aufgezeichnete Videos mit Inhalten der Lehrveranstaltung (Durchschnittswert 1,91). Auf den nächsten Plätzen bei den digitalen Tools liegen nahezu gleichauf Online-Live-Kurse (Mittelwert 2,91) und Blackboard-Kurse mit Informationen und Texten (Mittelwert 2,89). Der Blackboard-Kurs mit Diskussionsforen schnitt mit einem Mittelwert von 3,25 am schlechtesten ab.

Knapp 60 Prozent der Studierenden begrüßen, nicht im Standby auf die Präsenzlehre warten zu müssen, sondern das Online-Angebot nutzen zu können. Halb so viele (30 Prozent) hätten umgekehrt allerdings lieber die Präsenzlehre abgewartet. Als größte Chance, die die Online-Lehre bietet, wird die Flexibilität genannt (57 Prozent). Nur jede*r Zehnte hingegen hält das Distance Learning für effektiver als Präsenzveranstaltungen, und der Arbeitsaufwand für die Remote Universität wird zudem deutlich höher eingeschätzt. Zwei Drittel der Studierenden geben an, dass der virtuelle Vorlesungsbetrieb niemals die Präsenzlehre ersetzen könne. Drei Viertel der Studierenden vermissen nach eigener Aussage das Uni-Leben und ihre Kommiliton*innen.

Schwachstelle: Leistungsstarker Internetzugang

Erwartungsgemäß befinden sich derzeit die meisten Studierenden bei ihrer Herkunftsfamilie. Fast alle (95 Prozent) besitzen zwar einen PC bzw. Laptop, den nur sie benutzen, aber ungefähr jede*r vierte Befragte hat nur ein begrenztes Datenvolumen zur Verfügung. Ebenso geben fast 25 Prozent an, kein eigenes Arbeitszimmer zu haben, in dem sie ungestört arbeiten können. "Mehr als die Hälfte der Studierenden vermerkten zudem, dass sie sich aufgrund der aktuellen Situation schlechter konzentrieren können. Dieser Punkt hat mich besonders überrascht," sagt Sophia Reiterer. Ein aus den Umfrage-Ergebnissen abgeleitetes Anliegen ist ihr auch eine verbesserte Feedback-Kultur seitens der Lehrveranstaltungsleiter*innen. Weniger als 50 Prozent der Studierenden gaben an, dass sie eine Rückmeldung bekämen.

"Was auffällt, ist die Ambivalenz der Online-Lehre. Es läuft nicht alles rund, gleichzeitig bietet die Online-Lehre aber auch Chancen. Damit sie in Zukunft noch besser funktioniert, war die Evaluation der unterschiedlichen Lehr-Modi und der aktuellen Lernsituation der Studierenden enorm wichtig", resümiert Reiterer.

Ein Blick auf die Mühen der Ebene

Unterstützt wurde die Studie u.a. von der Soziologin und Kommunikationswissenschaftlerin Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Klaus von der Universität Salzburg. "Ich habe beim Zustandekommen der Umfrage die Studienvertretung Kommunikationswissenschaft gerne unterstützt, denn es ist wichtig, dass die Studierenden selber zu Wort kommen. Wir haben auch an den Hochschulen - das war zunächst zweifellos notwendig - alle Informationen und Weisungen von oben bekommen, aber kaum Berichte von den Mühen der Ebene erhalten."

Aktiv an der Studie beteiligt war auch der Kommunikationswissenschaftler Dr. Felix Kramer, Senior Scientist an der Universität Salzburg. "Die Studie bildet im Bereich der Medien sehr anschaulich deren Veränderung nicht als Ursache von, sondern als Ausdruck eines geänderten gesellschaftlichen Bedarfs, wie Frank Hartmann als Prämisse neuer Technologien voraussetzt. Auch das Postulat "The medium is the message" von Marshall McLuhan tritt in dieser Studie deutlich zu Tage: Zwei Drittel der Studierenden nehmen zugleich mit der medialen auch eine inhaltliche Veränderung der Lehrveranstaltungen wahr", so Kramer. Und er ergänzt. "Eine große Mehrheit der Befragten gibt an, über eine sehr gute Infrastruktur für die Online-Lehre zu verfügen. Es gibt aber auch eine in Summe nicht geringe Zahl Studierender, denen diese fehlt. Hier besteht also definitiv Handlungsbedarf, um allen einen Zugang zur Remote Universität zu ermöglichen."

Zur Umfrage

Die Studienvertretung Kommunikationswissenschaft hat im Zuge der aktuellen Covid-19 Pandemie einen Fragebogen zur Lernsituation der Studierenden erstellt. Der Fragebogen wurde an alle Studierenden der Kommunikationswissenschaft per Mail ausgesendet und auf den diversen Kanälen der Studienvertretung (Website, Instagram, Facebook) geteilt. Die Befragung fand im Zeitraum von 30. März bis 17. April 2020 statt. Der Fragebogen wurde von 201 Studierenden (mehrheitlich Bachelorstudierenden) vollständig ausgefüllt.

Weblink zu "Umfrage zur Lernsituation in der Covid-19 Pandemie unter Studierenden der Kommunikationswissenschaft": https://stvkowi.oeh-salzburg.com/covid-19-umfrage-zur-lernsituation/

Kontakt

Sophia Reiterer, BA
Vorsitzende der Studienvertretung Kommunikationswissenschaft
der Österreichischen Hochschüler*innenschaft an der Universität Salzburg
Rudolfskai 42
5020 Salzburg
Email: stv.kowi@oeh-salzburg.at 
https://stvkowi.oeh-salzburg.com

Hofrätin 
Mag. Gabriele Pfeifer
Leitung Kommunikation und Fundraising
Abteilung Kommunikation und Fundraising
Kapitelgasse 4-6 | 5020 Salzburg | Austria
Tel.: +43/(0)662/8044 - 2024 | Mobile: +43/(0)664/8482340
Email: gabriele.pfeifer@sbg.ac.at
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