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Auch im Wintersemester wird Online-Lehre großteils beibehalten © APA (dpa)
Auch im Wintersemester wird Online-Lehre großteils beibehalten © APA (dpa)

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PH Steiermark und Kärnten bauen im Herbst stark auf Blended Learning

03.07.2020

An der Pädagogischen Hochschule Graz ist der Lehrbetrieb im Online-Modus zu Ende gegangen. Die Online-Lehre wird zu einem großen Teil, zumindest was Vorlesungen betrifft, auch im Wintersemester beibehalten, Seminare werden abwechselnd online und an Ort und Stelle stattfinden, schilderte Rektorin Elgrid Messner im APA-Gespräch. Auch die PH Kärnten will die Präsenzzeit für Studierende reduzieren.

"Blended Learning ist nicht anderes als die didaktisch wohlüberlegte Kombination von Online- Lernen und Präsenz-Lernen im Hörsaal", legte die Rektorin der PH Steiermark dar. Im Herbst wird es laut Messner wohl bei rund 50 Prozent der Veranstaltungen so weitergehen. "Wir gehen davon aus, dass wir im Herbst weiter Abstand halten müssen. Das Wintersemester betrachten wir daher als auslaufendes Ausnahmesemester, in dem es weiter sowohl Online-Lehre als auch Lehre vor Ort geben wird", wie die Rektorin erläuterte.

Vorlesungen fast zu 100 Prozent online

"Die Vorlesungen bleiben fast zu 100 Prozent online und sollen im hohem Maße synchron, also im Livestream stattfinden", sagte Messner. In den Seminaren und anderen prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen werde man auf Blended Learning zurückgreifen und somit Einheiten abwechselnd an Ort und Stelle sowie online stattfinden lassen. Sogenannte handlungsorientierte Lehrveranstaltungen, wie etwa in Werken oder Bildnerischer Erziehung, werden zum überwiegenden Prozentsatz weiter als Präsenzlehre stattfinden.

Eine Umfrage der ÖH Lehramt in Graz zur pandemie-bedingten Onlinelehre im Sommersemester habe laut Messner ergeben, dass den Studierenden das persönliche Feedback und persönlicher Kontakt zu den Lehrenden wie auch den Studienkollegen wichtig sei. "Wir sind uns klar, dass erfolgreiche Lehre auch Begegnung voraussetzt und nicht einfach durch Online-Meetings ersetzt werden kann - eine Fernlehrehochschule werden wir nicht werden", betonte die Rektorin.

Präsenzzeit dauerhaft reduzieren

Ähnlich sieht das auch ihre Rektors-Kollegin von der PH Kärnten, Marlies Krainz-Dürr: "Reine Fernlehre mit 90 Prozent Online-Phasen ist für uns nicht denkbar, da es im Lehrberuf wesentlich auch um Beziehungsgestaltung geht und man das nicht im Trockentraining lernen kann", wie die Kärntner Rektorin gegenüber der APA hervorhob. Doch auch die PH Kärnten wird im Wintersemester weiterhin Vorlesungen streamen und bereitet sich darauf vor, die Präsenzzeit für Studierende dauerhaft zu reduzieren. "Reduzierung der Präsenzlehre bedeutet: Vorlesung streamen, geeignete Seminare online halten, gute Balance von Präsenz und online Phasen im sogenannten Blended Learning und Stärkung eigenverantwortlichen Lernens", führte Krainz-Dürr aus.

"Wir planen jeweils einen Tag pro Woche für Studierende des dritten, fünften und siebenten Semesters gänzlich anwesenheitsfrei zu halten", blickte die Rektorin in die Zukunft. Gleichzeitig hob sie hervor, dass man auf "Qualität vor Zeitdruck" und eine Überarbeitung der Curricula setze, die eine dauerhafte und deutliche Reduzierung der Präsenzlehre bringen soll.

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