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Europäische Rektorenkonferenzen appellieren an Ungarns Regierung

14.09.2020

Die sechs Rektorenkonferenzen von Deutschland (HRK), Österreich (uniko und FHK), Polen (CRASP), Slowenien (RKRS) und Tschechien (CRC) zeigen sich über das Vorgehen der ungarischen Regierung gegenüber der Budapester Theater- und Film-Universität SZFE besorgt.

Die Maßnahmen seien - nach dem erzwungenen Teilumzug der Central European University (CEU) nach Wien und dem Entzug der Autonomie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) im Vorjahr - ein weiterer Schritt, um durch den Abbau der politischen Unabhängigkeit von Kunst, Kultur und Wissenschaft kritische Positionen zum Schweigen zu bringen, hieß es in einer Aussendung.

Dieses Vorgehen verletze international akzeptierte und allgemein gültige Prinzipien der akademischen Freiheit und der Selbstverwaltung wissenschaftlicher Einrichtungen. Die sechs Rektorenkonferenzen verwiesen auf ihre 2018 unterzeichnete "Wiener Erklärung", in der akademische Freiheit und institutionelle Autonomie als wesentliche Elemente für das Funktionieren und die Entwicklung hochschulischer Einrichtungen bezeichnet werden. "Autonome Hochschulen sind ein wesentliches Element demokratischer Gesellschaften, denn an ihnen findet der freie Diskurs über aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen satt." Die Rektorenkonferenzen drängen daher die ungarische Regierung, die volle Autonomie der Universität wiederherzustellen und erklären ihre Solidarität mit der zurückgetretenen Universitätsleitung und den protestierenden Studierenden.

Die Senate der sechs österreichischen Kunstuniversitäten hatten sich vergangenen am Mittwoch mit der Protestbewegung an der Budapester Universität für Theater- und Filmkunst solidarisch erklärt. Nachdem die rechtsnationale Regierung von Premier Viktor Orbán die Autonomie der Uni aufgehoben hatte, war vor zwei Wochen die gesamte Uni-Führung zurückgetreten und Studenten hatten die Einrichtung besetzt.

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