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Das Budget für die laufende Periode beträgt rund elf Milliarden Euro © APA
Das Budget für die laufende Periode beträgt rund elf Milliarden Euro © APA

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Uni-Budget: Universitäten wollen "Schwung mitnehmen"

17.09.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 33/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Universitäten hätten mit ihrem aktuellen Budget für die laufende dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode "viel Schwung bekommen, den wir gerne mitnehmen würden". Das sagte die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Sabine Seidler, kürzlich vor Journalisten. Mitgenommen werden soll der Schwung in das nächste Budget für 2022 bis 2024, das bis Ende Oktober fixiert sein muss.

Das Budget für die laufende dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode beträgt rund elf Milliarden Euro für 22 Universitäten - ein Plus von 13 Prozent gegenüber den drei Jahren davor. Die Uni Wien etwa hat sogar 17 Prozent mehr bekommen, "die größte Expansion seit Mitte des 19. Jahrhunderts", sagte deren Rektor, Heinz Engl.

Mehrbedarf angemeldet

Für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode haben die Unis wiederholt einen Mehrbedarf von 2,1 Mrd. Euro angemeldet. "Diese astronomisch Summe war möglicherweise schon vor der Pandemie illusorisch, aber bisher hat dem niemand widersprochen bzw. die Notwendigkeit per se angezweifelt", sagte Seidler. Die Forderung ergibt sich aus Teuerungs- und Struktureffekten in Höhe von 700 Mio. Euro, 550 Mio. Euro für Bauten, Mieten und Infrastruktur-Investitionen, 500 Mio. für die Fortsetzung der Studienplatzfinanzierung bzw. Verbesserung der Betreuungsrelationen sowie 350 Mio. Euro für den Ausbau der Stärkefelder bzw. Digitalisierung.

Es sei dies "ein Wachstumsbudget, ob das realistisch ist in Zeiten der Pandemie, muss die Politik beantworten", so die Rektorenchefin. Sie erinnerte daran, dass in der laufenden Budgetperiode 370 neue Professoren und Laufbahnstellen neu geschaffen wurden. "Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn wir bis Ende 2021 neue Leute einstellen und ab Anfang 2022 dann anfangen, wieder Personal abzubauen", so Seidler. Ein solcher Personalabbau würde vor allem den wissenschaftlichen Nachwuchs mit befristeten Verträgen betreffen und damit dem Wissenschaftsstandort schaden.

An der Uni Wien seien bereits rund 50 der insgesamt 70 neuen Professuren besetzt, wobei vor allem international berufen werde. "Das hat Schwung erzeugt. Wenn wir jetzt wieder einen Schritt zurückgehen, ist auf Jahre hinaus unsere Reputation geschädigt" so Engl.

Einer dieser neu berufenen Professoren ist Andreas Stohl vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Uni Wien. Er habe sich nach 23 Jahren im Ausland zur Rückkehr entschlossen. Er sei bereits in den vergangenen Jahren erfolgreich bei der Einwerbung von Drittmittel auf EU-Ebene gewesen. Diese seien aber nur das "Topping", die Basis dagegen seien die nationalen Fördermittel - "und da ist Österreich nicht besonders gut aufgestellt", etwa im Vergleich zu Deutschland, wo es viele Förderstellen für Grundlagenforschung gebe, sagte Stohl.

Konkurrenz um Drittmittel steigt

Durch die vielen neuen Professoren werde die Konkurrenz um Drittmittel steigen. Diese sei gut und wichtig, könne aber auch zu Frustration führen, wenn die Erfolgsaussichten so niedrig sind, dass sich der Aufwand für Anträge nicht rentiere, so Stohl. Aus diesem Grund forderte Engl nicht nur die Weiterführung des Expansionskurses bei den Unis, sondern auch eine entsprechende Ausstattung des v.a. Grundlagenforschung fördernden Wissenschaftsfonds FWF.

Allzuviel tun können die Unis in der derzeitigen Phase nicht. Derzeit würden die Verhandlungen auf Beamtenebene zwischen Bildungs- und Finanzministerium laufen, mehr wisse man dann mit der Budgetrede des Finanzministers am 14. Oktober, erklärte Seidler.

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