Dossier

Entdeckungsreisender Shackleton: "Sagen Sie mir, wann war der Krieg vorbei?" © Public Domain
3
Dossier

Erster Weltkrieg - Zitate: "Jetzt verlöschen die Lichter in ganz Europa"

Dossier

24.01.2014
  • Wien (APA) - Mit der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 begann sich die Kriegsspirale in Europa zu drehen. Wie widersprüchlich die damaligen Entwicklungen waren und wie im Zuge des Ersten Weltkriegs die Begeisterung dem Entsetzen wich, lässt sich an den Zitaten der handelnden Personen ablesen. Ein Überblick:

  • "Ich komme hier als euer Gast, und ihr begrüßt mich mit Bomben." (Österreichisch-ungarischer Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo, wenige Stunden vor seiner Ermordung)

  • "Mit den Serben muss aufgeräumt werden, und zwar bald." (Deutscher Kaiser Wilhelm II. am 4. Juli 1914)

  • "Wie immer die Serben reagieren - Sie müssen die Beziehungen abbrechen und abreisen; es muss zum Krieg kommen." (Österreichisch-ungarischer Außenminister Leopold Berchtold in einer Instruktion an den Botschafter in Belgrad am 6. Juli 1914)

  • "Somit sind wir nicht mehr allzu weit entfernt von einem wirklichen Armageddon. Zum Glück scheint es keinen Grund zu geben, weshalb wir dabei mehr sein sollten als bloße Zuschauer." (Großbritanniens Premierminister Herbert Henry Asquith zum österreichisch-ungarischen Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914)

  • "Damit entfällt jeder Kriegsgrund." (Kaiser Wilhelm II. nach Erhalt der serbischen Antwortnote auf das Ultimatum vom 23. Juli 1914)

  • "Um ein solches Unheil wie einen europäischen Krieg zu verhüten, bitte ich Dich im Namen unserer alten Freundschaft, alles Dir Mögliche zu tun, um Deine Bundesgenossen davon zurückzuhalten, zu weit zu gehen." (Zar Nikolaus II. in einem Telegramm an seinen Cousin, den deutschen Kaiser Wilhelm II., am 29. Juli 1914)

  • "Es war Mein sehnlichster Wunsch, die Jahre, die Mir durch Gottes Gnade noch beschieden sind, Werken des Friedens zu weihen und Meine Völker vor den schweren Opfern und Lasten des Krieges zu bewahren. Im Rate der Vorsehung ward es anders beschlossen." (Kaiser Franz Joseph in seinem Manifest "An Meine Völker" anlässlich der Kriegserklärung an Serbien am 28. Juli 1914)

  • "Jetzt verlöschen die Lichter in ganz Europa. Wir werden sie nie wieder in unserem Leben brennen sehen." (Großbritanniens Außenminister Edward Grey am Abend des 4. August 1914, als sein Land Deutschland den Krieg erklärte)

  • "Uns treibt nicht Eroberungslust." (Deutscher Kaiser Wilhelm II. am 4. August 1914)

  • "Ihr werdet wieder zu Hause sein, ehe noch das Laub von den Bäumen fällt." (Kaiser Wilhelm II. zu den im August 1914 in Richtung Belgien ausrückenden Truppen)

  • "Um nichts auf der Welt möchte ich diesen herrlich aufregenden Krieg missen." (Britischer Marineminister und späterer Premierminister Winston Churchill im Herbst 1914)

  • "You no fight, we no fight." (Aufschrift auf einer von deutschen Soldaten auf dem Schlachtfeld von Ypern zu Weihnachten 1914 aufgestellten Holztafel)

  • "Im heiligen Namen Gottes (...) beschwören Wir Euch, die Ihr von der göttlichen Vorsehung zur Regierung der kriegsführenden Nationen bestellt seid, diesem fürchterlichen Morden, das nunmehr seit einem Jahr Europa entehrt, endlich ein Ende zu setzen." (Papst Benedikt XV. in seinem Friedensappell am 28. Juli 1915)

  • "Tötet die Deutschen! Tötet sie! (...) Für mich ist es ein Krieg um der Reinheit willen, für mich ist jeder, der in ihm fällt, ein Märtyrer." (Predigt des anglikanischen Bischofs von London, Arthur Winnington-Ingram, im Jahr 1915)

  • "Sagen Sie mir, wann war der Krieg vorbei?" (Der britische Entdeckungsreisende Ernest Shackleton im Jahr 1916 nachdem er in der Antarktis eineinhalb Jahre von der Welt abgeschnitten gewesen war.)

  • "Der furchtbarste Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, wütet seit bald zwei und einem halben Jahr in einem großen Teil der Welt." (Friedensangebot der Mittelmächte an die Allliierten vom 12. Dezember 1916)

  • "Es ist furchtbar, dieses große friedfertige Volk in den Krieg zu führen, den schrecklichsten und katastrophalsten aller Kriege, in dem die Zivilisation selbst auf dem Prüfstand steht." (US-Präsident Woodrow Wilson erbittet am 2. April 1917 vom US-Kongress die Zustimmung zum Kriegseintritt der USA)

  • "Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit." (US-Senator Hiram Johnson anlässlich des Kriegseintritts der USA)

  • "So wie dieser Krieg schrecklicher war als jeder Krieg der Geschichte, würde der nächste noch schrecklicher werden als dieser. Die Prostitution der Wissenschaft zum Zweck reiner Vernichtung wird wahrscheinlich so bald kein Ende finden." (Britischer Ex-Außen- und -Kriegsminister Lord Lansdowne im November 1917)

  • "Viele von uns sind müde. Ihnen möchte ich sagen, dass der Sieg denen gehört, die am längsten durchhalten." (Tagesbefehl des britischen Oberbefehlshabers General Douglas Haig im April 1918)

STICHWÖRTER
Konflikte  | Wien  | Kämpfe  | Wissenschaft  | Sozialwissenschaften  | Geschichte  | Krieg  |

Dossier

Ein Schulterklopfen, eine Gehaltserhöhung oder gleich ein Pokal: Die Gradmesser für beruflichen Erfolg können je nach Branche höchst unterschiedlich sein. In der Wissenschaft werden jedes ...

Gastkommentare

"Ein Plädoyer für die Terra Sigillata"
von Sabine Ladstätter
Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI)
"Anerkennung ist die einzig wahre Währung"
von Helga Nowotny
Präsidentin des European Research Councils (ERC)
"Ungefragt vor den Vorhang"
von Christian Müller
Redakteur für Wissenschaft und Bildung bei der APA

Hintergrundmeldungen

Arndt schätzt die Freiheit, an interessanten Themen zu forschen © APA (Hochmuth)

Markus Arndt: Die Kreditkarten der Wissenschaft

Gerade erst im Dezember 2012 wurde dem Quantenphysiker Markus Arndt ein mit ...
Budka forscht zur Siedlungsstruktur in Ägypten und Obernubien im 2. Jahrtausend v. Chr. © ÖAW

Julia Budka: "Niemand sitzt mehr im Elfenbeinturm"

Für die 35-jährige Wiener Ägyptologin Julia Budka war 2012 ein bewegtes Jahr: ...
Penninger warnt davor, "alles nur an verliehenen Preisen aufzuhängen" © APA (Pfarrhofer)

Josef Penninger: "Erfolgreiche Forschung braucht Geld"

So wichtig Auszeichnungen als Wertschätzung der eigenen Leistung und als ...
Für den Historiker haben Auszeichnungen viel Gutes und nur wenig Negatives © Privat

Walter Pohl: Am Knotenpunkt der Frühmittelalterforschung

Auf die Arbeit des 1953 in Wien geborenen Historikers Walter Pohl haben ...
Friederike Range mit ihrer Hündin "Guinness" © APA (Schlager)

Friederike Range: "Mein 'Marktwert' hat sich verbessert"

Die Kognitionsbiologin Friederike Range kennt das Gefühl, in der Öffentlichkeit ...
Für Zoller ist der Wert von Preisen "ziemlich unabhängig vom Geld" © APA (Pfarrhofer)

Peter Zoller: Wenn sich nicht nur die Oma freut

Der soeben erst mit dem renommierten Wolf-Preis für Physik ausgezeichnete ...
Mit "Blümchenzählen" in den Forschungsolymp © APA (Pfarrhofer)

Ökologe Grabherr ist "Wissenschafter des Jahres"

Der Botaniker und Ökologe Georg Grabherr (66) ist Österreichs "Wissenschafter ...

Mehr zum Thema