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SAL soll eine internationale Attraktion für Hightech-Industrien werden © SAL
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Was sich die Eigentümer von SAL erwarten

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06.04.2020
  • Von Stefan Thaler / APA-Science

  • Wien/Linz/Villach (APA-Science) - "Wir schaffen mit den Silicon Austria Labs ein Ökosystem für die strategische Industrie des 21. Jahrhunderts." – Nicht mehr und nicht weniger haben sich die SAL-Eigentümer vorgenommen und dafür viel Geld in die Hand genommen. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung.

  • "Bis zum Jahr 2030 wollen wir ein hochdynamisches, sich am Puls der technologischen Entwicklung bewegendes, international orientiertes Forschungszentrum haben, bei dem trotz der drei Standorte alle in dieselbe Richtung marschieren", gibt Michael Wiesmüller vom Infrastrukturministerium (BMK) die Richtung vor. Die Republik Österreich hält 50,1 Prozent an SAL, beteiligt sind zudem der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) mit 24,95 Prozent, die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (SFG) und das Bundesland Kärnten mit jeweils 10 Prozent sowie die Upper Austrian Research GmbH (UAR) mit 4,95 Prozent.

  • "Wichtig ist vor allem, eine große Zahl von wirklich bedeutenden industriellen Kooperationen in strategischen Schlüsselbereichen zu erreichen", so Wiesmüller. SAL soll aus Sicht des Ministeriums eine internationale Attraktion für Hightech-Industrien rund um den Globus werden, die Wissenschafter aus der ganzen Welt anzieht und wegen der sich große Konzerne mit ihren Forschungsabteilungen in Österreich ansiedeln. Zeit lassen sollten sich die Silicon Austria Labs auf diesem Weg nicht. Schon 2022 wird das ganze Unternehmen einer Evaluierung unterzogen.

  • Projekte, Programme, Patente

  • "Wir werden uns alle Parameter, die man so kennt, ansehen: Wachstum, ein klar sichtbares Projektportfolio, Akzeptanz in der internationalen Forschungslandschaft, Patente, Publikationen, die Beteiligung an globalen Forschungsprojekten - und -programmen und so weiter", skizziert der Experte im Gespräch mit APA-Science. Das wichtigste Kriterium sei, welche Beiträge das Zentrum für das Erreichen der industriellen Ziele geleistet und ob es maßgeblich an kritischen Schlüsselinnovationen von einzelnen Unternehmen teilgenommen hat. Gemeinsam mit den Bundesländern werde man dann beraten, wie die Finanzierung für die nächste Periode aussieht.

  • Von öffentlicher Hand werden 140 Millionen Euro bis 2023 in SAL investiert. Ungefähr dieselbe Summe soll die Industrie beisteuern (inklusive "in kind-Leistungen"). Wiesmüller ist jedenfalls zuversichtlich, dass die Evaluierung positiv aussehen wird. "Allerdings machen wir das zum ersten Mal, daher gibt es keine Vergleichswerte für Projekte dieser Größenordnung. Viele externe Einflüsse kann man nur sehr schwer beeinflussen", stellt Wiesmüller klar. Der Auf- und Ausbau – Mitarbeiter und Infrastruktur – sei ein sehr anspruchsvolles Ziel, "bisher sind die Fortschritte, die man erzielt hat, aber wirklich sensationell".

  • Ergebnisse für die Industrie liefern

  • Ein "Forschungsinstitut der Spitzenklasse, das auch im internationalen Umfeld konkurrenzfähig ist", erwartet sich auch FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner. Die erzielten Ergebnisse sollen für die Electronic Based Systems-Industrie (EBS) – auch für Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) – zur Verfügung stehen und umsetzbar sein. Zudem müssten ausreichend Forschungsprojekte ins Leben gerufen werden, die für die Elektro- und Elektronikindustrie interessant und relevant sind, damit die Unternehmen einen Anreiz haben, in diese zu investieren. "Bisher ist das sehr gut gelungen", heißt es vom FEEI.

  • Im Jahr 2019 wurden viele wichtige Weichen gestellt und große und für den Standort wichtige Industrieprojekte gestartet, bestätigt Wilfried Enzenhofer, Geschäftsführer der Upper Austrian Research GmbH (UAR), der Leitgesellschaft für Forschung des Landes Oberösterreich. Die im Bundesland bereits vorhandenen, starken Kernkompetenzen im Bereich Elektronikbasierte Systeme sollen nun weiter gezielt ausgebaut und gebündelt werden. Auch eine Intensivierung der Kooperation mit der JKU wird erwartet.

  • Letztlich habe es aufgrund der Fragmentierung der Forschungskapazitäten in Österreich eine strukturelle Intervention gebraucht, ist Wiesmüller überzeugt. Und die Voraussetzungen sind gut: "Auf Basis einer hervorragenden Industriesituation und hochspezialisierten Forschungseinrichtungen soll SAL die Innovation & Engineering-Engine für die gesamte in Österreich befindliche Elektronikindustrie werden."

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