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Hemma Schmutz wird neue Chefin der Linzer Museen

20.03.2017

Hemma Schmutz (50) wird neue Chefin der Linzer Museen Nordico und Lentos. Das teilte die Stadt mit. Die ehemalige Direktorin des Salzburger Kunstvereins und derzeitige Leiterin des Kunstraum Lakeside in Klagenfurt folgt Stella Rollig nach, die im Jänner an die Spitze des Wiener Belvedere gewechselt war. Derzeit führt Elisabeth Nowak-Thaller die Häuser interimistisch.

Von den zunächst 37 Bewerbern für die künstlerische Leitung der Linzer Museen stellten sich acht - sieben Frauen und ein Mann - dem Hearing einer Jury. Der Kommission gehörten Magistratsdirektorin Martina Steininger, Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger, Kulturdirektor Julius Stieber sowie ein Experte eines Personalberatungsunternehmens an. Kunstuni-Rektor Reinhard Kannonier, der Chef des Wiener Museumsquartiers, Christian Strasser, und die Kuratorin Christa Steinle standen der Jury als Experten zur Seite. Aufgrund des Vorschlags der Auswahlkommission entschied sich Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in Abstimmung mit Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) für die gebürtige Klagenfurterin Schmutz. Wann genau sie ihren Job antreten wird, war vorerst nicht bekannt.

Hemma Schmutz' Fachgebiet ist die Zeit von 1900 bis in die Gegenwart. Und sie legt Wert darauf, dass sich Kunst auch mit Gesellschaft und Politik beschäftigt. Die Jury überzeugte sie nach Angaben der Stadt u.a. auch, weil ihre Laufbahn "durch verschiedene publikumswirksame Ausstellungen gekennzeichnet" sei - etwas, das Kritiker beim Lentos immer wieder als noch ausbaufähig bemängelt haben.

Hemma Schmutz wurde in Klagenfurt geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Wien. Sie war u.a. stellvertretende Geschäftsführerin der Galerie 5020 in Salzburg, arbeitete am Aufbau des Depot in Wien mit und war als Kuratorin bei der Generali Foundation tätig. Von 2005 bis 2013 stand sie als Direktorin dem Salzburger Kunstverein vor. Seit 2015 betreut sie den Kunstraum Lakeside in ihrer Heimatstadt Klagenfurt.

Die Besetzung der Museumsleitung ist die zweite große Personalentscheidung in Linzer Kultureinrichtungen in diesem Jahr. Erst Mitte Februar war der Intendant des "jOPERA jennersdorf festivalsommer", Dietmar Kerschbaum, zum künstlerischen Leiter der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA und damit zum Brucknerhaus-Chef gekürt worden. Auch wenn der bisherige Amtsinhaber Hans-Joachim Frey noch bis Ende November bleibt, tritt Kerschbaum bereits im zweiten Quartal - früher als erwartet - seine Arbeit an.

Von breitem bis spezialisiertem Publikum

Schmutz will den Spagat zwischen einem breiten und einem spezialisierten Publikum schaffen. "Wenn man nur noch für das breite Publikum arbeitet, verliert man das Kunstpublikum", sagte Schmutz zur APA.

Der genaue Start ihrer Tätigkeit wird erst vereinbart: "Ich bin Anfang nächster Woche in Linz und dann werden wir das besprechen." Die ehemalige Direktorin des Salzburger Kunstvereins und derzeitige Leiterin des Kunstraum Lakeside in Klagenfurt war überrascht, dass gleich nach den Hearings die Entscheidung getroffen wurde. Hemma Schmutz folgt Stella Rollig nach, die im Jänner an die Spitze des Wiener Belvedere gewechselt war.

Angesprochen auf die Publikumszahlen, die Kritiker beim Lentos immer wieder als noch ausbaufähig bemängelt haben, sagte Schmutz: "Es ist natürlich für jeden nachvollziehbar, dass ein Haus in dieser Größe den entsprechenden Response haben muss. Andererseits und das gibt es auch immer zu betonen, kann dies nicht das einzige Kriterium sein, nachdem man die Arbeit eines Museums beurteilt." Zu den Aufgaben eines Museums würden sehr viele Dinge, wie etwa die Forschung oder Aufbewahrung gehören, die nicht unbedingt Besucher bringen würden. Man könne auch nur dann längerfristig bestehen, wenn man den Spagat zwischen einem breiten und einem spezialisierten Publikum schaffe.

Es müsse im Spannungsfeld zwischen internationaler Ausrichtung und Einbindung des Kunstmuseums in die lokale Szene gearbeitet werden. Das im November startende VALIE EXPORT Center in der Linzer Tabakfabrik, wo es zum Start ein internationales Symposium und eine Ausstellung im Lentos geben wird, nannte Schmutz als "gutes Beispiel, auf das freue ich mich sehr". Näheres zu ihren Plänen kann Schmutz aktuell noch nicht sagen: "Wenn ich in Linz zu arbeiten beginne, gibt es eine Programm-Pressekonferenz." Es gebe auch bereits Pläne, sie könne mit neuen Dingen frühestens Mitte des Jahres 2018 anfangen. Besonders wichtig ist Hemma Schmutz die Teamarbeit: "Man kann nur erfolgreich sein, wenn man in positiver und konstruktiver Weise im Team zusammenarbeitet."

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