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"Grande Dame" der Vorarlberger Literaturszene Ulrike Längle wird 65

29.01.2018

Ulrike Längle ist längst die "Grande Dame" der Vorarlberger Literaturszene. Seit deren Gründung 1984 leitet die Literaturwissenschafterin das Vorarlberger Franz-Michael-Felder- und das Vorarlberger Literaturarchiv. Einen Namen gemacht hat sich die Bregenzerin aber auch mit eigenen Werken, als Jurorin beim Ingeborg Bachmann-Preis und als Kritikerin. Am 4. Februar feiert sie ihren 65. Geburtstag.

Längle studierte Germanistik, Romanistik und Komparatistik in Innsbruck und Poitiers (Frankreich). Mit einer Arbeit über den österreichischen Arzt und Schriftsteller Ernst Weiß promovierte sie 1982 sub auspiciis praesidentis. Ungefähr zur selben Zeit erschien Längle erstmals in der Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Felder Verein - dieser kümmerte sich um die Edition der Werke des Bregenzerwälder Sozialreformers und Autors Franz Michael Felder (1839-1869) - trat sie für die Errichtung eines Archivs ein.

Als das Franz-Michael-Felder-Archiv 1984 schließlich gegründet wurde, übernahm die Literaturwissenschafterin (nach einiger Zeit der Lehrtätigkeit in Innsbruck und Klagenfurt) dessen Leitung, eine Position, die sie heute noch bekleidet. Das Felder-Archiv sammelt und verwaltet Vor- und Nachlässe und dokumentiert auf diesem Weg Vorarlbergs Literatur- und Geistesgeschichte. Gleichzeitig ist das Archiv Forschungsstelle und versteht sich als Impulsgeber für das gegenwärtige literarische Leben im Ländle.

Die Vielfältige

Ulrike Längle hat den Aufbau und die Ausrichtung des Archivs maßgeblich mitgestaltet und erhielt unter anderem dafür 2003 die Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst. Zu ihren zahlreichen literaturwissenschaftlichen Arbeiten zählen Publikationen über Franz Michael Felder sowie die beiden Vorarlberger Künstler und Autoren Max Riccabona und Paula Ludwig. Aktuell sind ihr vor allem weniger bekannte Autoren aus der Bodenseeregion ein Anliegen.

Neben ihrer literaturwissenschaftlichen Arbeit gilt Längle als eine der profiliertesten Autorinnen Vorarlbergs. Ihre Werke, die sich meist mit der Tragikomik des Alltäglichen und Banalen beschäftigen, zeichnen sich durch eine klare, lapidare Sprache aus. Zu ihren Arbeiten zählen Romane wie "Seesucht" (2002) und "Vermutungen über die Liebe in einem fremden Haus" (1998), Erzählungen, wie "Der Untergang der 'Romanshorn'" und das Theaterstück "Tolle Weiber. Tragikomödie" (2007) über den Frauenaufstand im Bregenzerwälder Ort Krumbach im Jahr 1807.

Längle ist auch als Jurorin gefragt. Von 1998 bis 2000 etwa war sie Mitglied der Jury des Ingeborg Bachmann-Preises, an dem sie 1991 selbst teilgenommen hatte. Als Kritikerin zeigt sich die Bregenzerin stets so offen wie nur möglich. "Freundlich sein und hintenherum dann etwas Böses schreiben, das war nie meines", sagte sie einmal gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten".

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