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Die Tempelanlagen wurden bei Luftangriffen teilweise zerstört © APA / AFP / OZAN KOSE
Die Tempelanlagen wurden bei Luftangriffen teilweise zerstört © APA / AFP / OZAN KOSE

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Türkische Luftangriffe beschädigten hittitischen Tempel in Afrin

29.01.2018

Türkische Luftangriffe in der syrischen Region Afrin sollen einen 3000 Jahre alten hittitischen Tempel schwer beschädigt haben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die syrische Antikenbehörde teilten mit, der Luftangriff habe die Tempelanlage von Ain Dara getroffen, die aus der aramäischen Ära zwischen 1300 und 700 vor Christus stammt.

Demnach wurde die neo-hittitische Anlage teilweise zerstört. Die Antikenbehörde in Damaskus sprach von einem Angriff auf "eine der wichtigsten Bauten der Aramäer in Syrien im ersten Jahrtausend vor Christus". Der frühere Antikendirektor Maamun Abdulkarim sagte, der Tempel sei 1982 entdeckt worden und sei bekannt für seine "außergewöhnlichen kolossalen Basaltlöwen". Abdulkarim beklagte, dass "3000 Jahre Zivilisation bei einem Luftangriff zerstört" worden seien.

Sorge um Sicherheit antiker Stätten

Die Anlage sei zu 60 Prozent zerstört, erklärte die Beobachtungsstelle, die der syrischen Opposition nahesteht und ihre Informationen von Aktivisten vor Ort bezieht. Abdulkarim verglich die Zerstörung von Ain Dara mit der Sprengung des Bal-Tempels in Palmyra durch die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Der frühere Antikendirektor äußerte zudem Sorge um die Sicherheit anderer antiker Stätten im Nordwesten Syriens.

Die türkische Armee geht seit zehn Tagen mit verbündeten Rebellen gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor, die die Region Afrin im Nordwesten Syriens kontrollieren. Ankara betrachtet die YPG als syrischen Zweig der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft, und sieht die YPG-Präsenz an der türkischen Südgrenze als Bedrohung.

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