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Die perfekte U-Bahn Karte?

01.04.2019

Egal wo auf der Welt Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, werden Sie auf Karten stoßen, in der die Routen vereinfacht und in ein schematisches Diagramm umgewandelt wurden. Trotz der Verbreitung von Navi-Apps bleibt die schematische Karte eine wichtige Informationsquelle, die weit verbreitet ist und Ihnen die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel erleichtern soll. Aber sind sie wirklich so effektiv wie möglich gestaltet, um maximale Unterstützung der Fahrgäste zu bieten? Könnten einige von ihnen verbessert werden? Wie kann das erreicht werden?

Antworten auf diese Fragen und neue Herausforderungen diskutieren Kartographen, Informatiker, Designer, Psychologen und Transportfachleute im Rahmen des zweiten "Schematic Mapping Workshops", der am 11. und 12. April 2019 an der TU Wien stattfindet. Die Designer der Karten sind dafür verantwortlich, den Menschen genau die Informationen zu geben, die die meisten von ihnen benötigen, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Die Informationen sollten klar und eindeutig sein. Eine mathematische Analyse legt nahe, dass unser Gehirn nur begrenzte Fähigkeiten zum Verständnis von schematischen Karten besitzt. Unnötige Informationen stellen ein Hindernis für den Benutzer dar und führen zu sogenannter Informationsverschmutzung. Dieses Konzept wurde vom Workshop-Mitorganisator und Psychologen Maxwell Roberts von der University of Essex entwickelt, der unter anderem für seine unkonventionelle Neugestaltung der ikonischen Londoner U-Bahn-Karte bekannt ist, die auf konzentrischen Kreisen basiert.

Die Herausforderung für Designer - die Erstellung einfacher, effektiver Karten, um die Komplexität der Verkehrsnetze zu zähmen - nimmt daher von Jahr zu Jahr zu. Welche Informationen und welches Design bringen dem Anwender der Karten den größten Nutzen? Um dies zu beantworten, müssen eine Vielzahl an Daten aus verschiedenen Disziplinen erhoben und richtig verknüpft werden, sowie weitere Daten prognostiziert und darauf abgestimmte Entscheidungen getroffen werden. "Natürlich ist es naheliegend moderne algorithmische Techniken für die Optimierung der Kartendarstellung zu verwenden," sagt Computerwissenschaftler Martin Nöllenburg, TU Wien. "Durch eine automatisierte Bewertung von Karten anhand sinnvoller Qualitätsmaße können Computer eine Vielzahl von Möglichkeiten und Designvarianten systematisch erzeugen und vergleichen. Und das Ganze in einem Bruchteil der Zeit, die ein Mensch dafür benötigt. Solche Verfahren aus der Informatik können dann Vorlagen und Designideen nach den Vorgaben von Kartendesignern liefern, aus denen diese anschließend mit deutlich geringerem Aufwand hochwertige U-Bahn-Karten erstellen können."

Aufgrund des Ausbaus der neuen U-Bahnlinien für die Wiener U-Bahn besuchen die internationalen Gäste während des Workshops auch das U2xU5 Infocenter der Wiener Linien, das eine Ausstellung mit Informationen rund um Planung, Bau und Betrieb der neuen U-Bahn-Strecken zeigt. Der Workshop wird von der Gruppe Algorithmen und Komplexität der Fakultät für Informatik und der Abteilung für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien mit Unterstützung des Vienna Center for Logic and Algorithms (VCLA) und der Wiener Linien organisiert.

Website: https://schematicmapping2019.ac.tuwien.ac.at/

Kontakt und Aussender
Mihaela Rozman, MA
Vienna Center for Logic and Algorithms
Technische Universität Wien - TU Wien
Favoritenstraße 9-11, 1040 Wien
Telefon: +43 1 58801 184806
Web: www.vcla.at/
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