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Ihre Ruine wich in der Sowjetzeit dem Bau einer Grundschule © APA (AFP)
Ihre Ruine wich in der Sowjetzeit dem Bau einer Grundschule © APA (AFP)

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Archäologen finden Grundsäulen der Großen Synagoge von Vilnius

15.07.2019

Ein internationales Team von Archäologen hat in Litauen wichtige Teile der einstigen Großen Synagoge von Vilnius gefunden. Bei Ausgrabungen seien die Fundamente von zwei Grundsäulen des jüdischen Gotteshauses aus dem 17. Jahrhundert entdeckt worden, teilte die Stadtverwaltung von Vilnius mit.

"Wir haben einen der heiligsten Teile des Gebäudes entdeckt. Diese Säulen waren früher neun Meter hoch. Der enthüllte Ort ist etwas Besonderes - hier würde der Rabbi während des Gebets stehen", wurde der leitende Archäologe Jon Seligman in der Mitteilung zitiert.

Jerusalem des Nordens

Vor dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung waren 40 Prozent der Einwohner von Vilnius Juden. Die Stadt galt auch als "Jerusalem des Nordens" und die Große Synagoge von Vilnius galt als größtes und wichtigstes Bauwerk des litauischen Judentums.

Im Krieg zerstört, musste ihre Ruine in der Sowjetzeit dem Bau einer Grundschule weichen. Darunter finden nun noch bis zum 19. Juli Ausgrabungen statt. Beteiligt daran sind den Angaben zufolge Archäologen aus den USA, Israel und Litauen.

Litauen wurde im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Nazi-Deutschland besetzt. Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 90 Prozent aller damals rund 200.000 in Litauen lebenden Juden.

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