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Türkischer Experte wegen Veröffentlichung von Krebsstudie verurteilt

26.09.2019

Ein türkischer Experte ist wegen der Veröffentlichung einer Krebsstudie zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Istanbul befand den Forscher Bülent Sik der Verbreitung von unter Verschluss gehaltenen Informationen schuldig.

Sik hatte im vergangenen Jahr die Ergebnisse einer für das Gesundheitsministerium erstellten Studie zu den Auswirkungen von Umweltgiften auf das Krebsrisiko in der Zeitung veröffentlicht. Vor der Urteilsverkündung hatte Sik erneut seinen Freispruch gefordert. "Chemische Verschmutzung muss als Problem ernst genommen werden", sagte der Forscher. "Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Krebs und dem Leben in einer von Giftstoffen verseuchten Umwelt." Nach dem Urteil sagte er, es sei "inakzeptabel", dass eine Studie mit direkter Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit unter Verschluss gehalten werden könne.

Auch Amnesty International hatte zuvor seinen Freispruch gefordert. "Statt die Erkenntnisse zu unterdrücken und Dr. Sik den Prozess zu machen, sollten das Gesundheitsministerium und die anderen zuständigen Behörden die dringend notwendigen Maßnahmen ergreifen, um dieser Umweltverschmutzung zu begegnen und die öffentliche Gesundheit zu schützen", forderte die Amnesty-Forscherin Milena Buyum vor dem Gerichtsurteil.

Der Experte für Lebensmittelsicherheit an der Akdeniz Universität hatte vergangenes Jahr in der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" in einer Reihe von Artikeln die Ergebnisse seiner Forschung zur Auswirkung von Umweltgiften veröffentlicht. Sik habe dies getan, weil die Behörden keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen hätten, erklärte Amnesty. Die Verbreitung der Informationen sei durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt.

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