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Chronik der Hochwasser © APA (Reiter)
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Umfassende Flussgeschichte über die Salzach neu aufgelegt

13.11.2019

Sie war Fluch und brachte Segen: Die Salzach zählt unter den Alpenflüssen nicht zu den ganz Großen, aber sie hat das Land, das sie durchfließt, geprägt wie kaum ein anderer. In ihr spiegelt sich der Eingriff des Menschen in die Natur mit all seinen Folgen wider. Der Verein "Freunde der Salzburger Geschichte" hat das Buch "salzach-macht-geschichte" neu aufgelegt, am 14. November wird es präsentiert.

Die ersten gravierenden Eingriffe des Menschen gehen ins Mittelalter zurück. Für die Salzpfannen in Hallein und die Schmelzhütten in Rauris und Gastein wurden enorme Mengen Holz zur Feuerung benötigt. Ganze Landstriche wurden abgeholzt. Erosion, Muren und Hangrutschungen waren die Folge. Zudem gelangte mit der Holztrift dermaßen viel Geröll ins obere Salzachtal, dass der Fluss dies selbst nicht mehr abtransportieren konnte. Die Flusssohle stieg und immer größere Flächen im Tal versumpften. Auch wenn mit dem Niedergang der Halleiner Saline und dem vermehrten Einsatz von Kohle der Raubbau an den Wäldern zurückging, sollte es bis zur systematischen Flussregulierung im 19. Jahrhundert dauern, bis der Anstieg der Sohle gestoppt und der Talboden wieder erfolgreich entwässert wurde.

Im Unterlauf erfolgte der menschliche Eingriff später. Zwar wurden schon seit dem Mittelalter Hindernisse für die so wichtige Schifffahrt beseitigt und kleine lokale Uferverbauungen vorgenommen, die massive Veränderung kam im 19. Jahrhundert nicht zuletzt aus politischen Gründen: Ab 1816 wurde die Salzach von Salzburg abwärts zur Staatsgrenze. Sie war zu dieser Zeit noch ein weitläufiges Gerinne mit zahlreichen Haupt- und Nebenarmen. Durch die Regulierung und Begradigung sind Nebengewässer, Mäander und Kiesbänke verschwunden, und mit ihnen viele Pflanzen- und Tierarten.

Großes Potenzial für die Wiederbesiedlung typischer Arten

"Doch die Salzach hat in den Fließstrecken noch immer großes Potenzial für die Wiederbesiedlung typischer Arten", geben die beiden Autoren Heinz Wiesbauer und der mittlerweile verstorbene Heinz Dopsch Hoffnung. "Werden entsprechende Strukturen geschaffen oder lässt man dem Fluss wieder mehr Raum, so wird die eine oder andere Charakterart ihren ehemaligen Lebensraum zurückerobern." Und das soll zumindest im Kleinen wieder geschehen: Im Bereich der Weitwörther Au oberhalb von Oberndorf hat das Land 2016 ein Renaturierungsprojekt gestartet und dafür knapp 130 Hektar Grund aufgekauft, wo die Natur wieder sich selbst überlassen wird.

Die Salzach hat die Geschichte des Bundeslandes geprägt. Denn erst der Abtransport des in Hallein gewonnenen Salzes über den Fluss machte das Fürsterzbistum zum Marktführer des "Weißen Goldes", das in weite Teile Europas gebracht wurde, und verhalf ihm so zu Reichtum und Macht.

Der Fluss hat aber immer wieder auch Unheil gebracht, mit teils verheerenden Hochwässern. Der älteste Nachweis geht ins Jahr 964 zurück: Auf einem Kodex des Domkapitels heißt es: "In jenem Jahr stieg das Wasser aufgrund nicht nachlassender Regenfälle so, dass die Oberfläche des Landes schiffbar wurde." Und aus 1316 wird in einer Chronik erstmals ein Brückeneinsturz in der Stadt Salzburg berichtet: "In diesem Jahr war eine solche Überschwemmung, dass sie die Brücke zerriss und die Straßen der Stadt mit Schlamm füllte." Die Autoren im Buch: "Obwohl der Hochwasserschutz ... immer wieder verbessert wurde, stieg das Schadenspotenzial ständig, da mehr und mehr auch in den Überflutungsgebieten gebaut wurde."

Service: "salzach-macht-geschichte", von Heinz Wiesbauer und Heinz Dopsch, herausgegeben als Band 19 der "Salzburger Studien. Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur" des Vereins "Freunde der Salzburger Geschichte", 2. und überarbeitete Auflage, 352 Seiten mit über 300 Farb- und SW-Abbildungen, Verkaufspreis 24,90 Euro. Präsentation am Donnerstag, 14. November, um 18.30 Uhr im Salzburger "Haus der Geschichte", Glockengasse 8; www.salzburger-geschichte.at

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