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WPZ Analyse Nr. 23: Innovation und Wachstum hebeln - Zur volkswirtschaftlichen Legitimation der aws

10.12.2019

In Kürze: Die volkswirtschaftliche Rolle der aws besteht darin, mehr Innovation zu ermöglichen, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum der Wirtschaft zu stärken, und damit die Wohlfahrt der heimischen Bevölkerung zu steigern. Indem die aws gezielt auf die Beseitigung möglicher Marktstörungen abstellt, handelt sie marktwirtschaftskonform und ebnet den Weg zum führenden Innovationsland.

Österreich will zum führenden Innovationsland aufsteigen. Die Ansprüche an Umfang und Qualität des Innovationssystems steigen. An der Grenze des technologischen Fortschritts genügt es nicht mehr, mit Qualitätssteigerungen und Differenzierung existierender Geschäftsmodelle in kleinen Schritten aufzuholen. Ein führendes Innovationsland muss selber die technologische Grenze hinausschieben. Die Grundlagenforschung und ihre Kommerzialisierung durch Technologietransfer in die Privatwirtschaft nehmen eine kritische Rolle ein. Der Strukturwandel verläuft schneller und radikaler. Die Unternehmen müssen eine wesentlich größere Zahl von Forschungsprojekten starten, mehr Risiko nehmen und mit völlig neuen Ideen experimentieren. Anstatt existierende Geschäftsmodelle abzuwandeln und zu verbessern, müssen sie mehr auf neue Produkte und Dienste abstellen und neue Märkte schaffen. Das gelingt jungen innovativen Start-ups, die nicht entlang existierender Geschäftsmodelle denken, oft viel besser. Auf neuen Märkten können die ersten und schnellsten Unternehmen die größten Marktanteile besetzen und zu großen Konzernen heranwachsen.

Die Wirtschaft und das heimische Innovationssystem sind an mehreren Fronten gefordert: der Erfolg global dominanter Superstar-Firmen und der technologische Aufstieg Chinas verschärfen den internationalen Wettbewerb; die Digitalisierung löst einen radikalen Strukturwandel aus und zwingt praktische alle Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle anzupassen; Tiefe und Volumen des heimischen Kapitalmarkts liegen weit hinter führenden Innovationsländern zurück und benachteiligen die private Innovations- und Unternehmensfinanzierung in Österreich; hohe Lohnkosten und ein insgesamt hohes Steuerniveau stellen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in Frage. Um die Stellung Österreichs als innovatives Hochlohnland zu behaupten, muss die Wirtschaft den weltweiten Qualitätswettbewerb gewinnen. Erst der Qualitätsvorsprung sichert die Gewinnmargen, mit denen die Unternehmen hohe Löhne und Steuern zahlen können. Wenn die Innovationsfähigkeit stockt und die Unternehmen nicht mehr mit Qualität punkten können, bleibt nur mehr der Preiswettbewerb. Die Kostennachteile gegenüber aufstrebenden Schwellenländern würden die hohen Löhne und Beschäftigung in Österreich gefährden.

Innovation sichert Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und hohe Einkommen. Dabei wird das einmal Erreichte im Wettbewerb ständig neu herausgefordert. Innovation bedeutet Strukturwandel. Alte Produktlinien und überkommene Dienstleistungen verschwinden. Neues ersetzt Altes. Daher müssen Kapital und Arbeit laufend von schrumpfenden zu wachsenden Unternehmen wandern, damit die Gesamtwirtschaft nachhaltiges Wachstum realisieren kann. Große Konzerne müssen laufend ihre Produktpalette erneuern. Junge innovative Unternehmen besetzen Marktanteile und verdrängen die trägen Konkurrenten. Der Niedergang im Wettbewerb passiert von alleine. Der Zufluss an neuen Innovationen bestimmt, ob die heimische Wirtschaft im Innovationszyklus erfolgreich bleiben kann. Daher ist es Ziel der Wirtschaftspolitik, alle Barrieren und Marktstörungen in diesem Prozess zu beseitigen.

Zur vollständigen Analyse geht es hier

Rückfragehinweis:
Christian KEUSCHNIGG1
Universität St. Gallen und WPZ
Christian.Keuschnigg@unisg.ch

WPZ - Wirtschaftspolitisches Zentrum - Wien
Mariahilfer Straße 13
A-1060 Wien, Österreich
Tel.: + 43 699 1049 4150

Wirtschaftspolitisches Zentrum - St. Gallen
Universität St. Gallen, FGN-HSG
Varnbüelstrasse 19
CH-9000 St. Gallen, Schweiz
Tel.: +41 71 224 2174 

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