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Ludwig und Sozialpartner starten Projekte für Digi-Hauptstadt Wien

17.01.2020

"Wien ist auf dem Weg zur Digitalisierungs-Hauptstadt Europas", sagt Bürgermeister Michael Ludwig. Dieses ambitionierte Ziel will Wien erreichen, ohne eine Stadt der zwei Geschwindigkeiten zu werden, bei dem der digitale Fortschritt nur einem Teil der Bevölkerung nutzt, hat Wiens Stadtchef heute, Freitag, bei der Präsentation der ersten Ergebnisse des "Sozialpartner Digitalisierungspaktes" im Rathaus betont. Gemeinsam mit Arbeiterkammer-Chefin Renate Anderl, dem Präsident der Industriellenvereinigung Wien Christian C. Pochtler, Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck, Korinna Schumann, Vizepräsidentin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes sowie dem Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Wien, Norbert Walter, stellte der Stadtchef weitere Schritte in Sachen Digitalisierung vor. Dazu zählen unter anderem die Vermittlung von Informatik an Kindergärten und Schulen mit einer eigens entwickelten "Digi-Box"; der Ausbau der "Digi-Lehre" mit 200 zusätzlichen Lehrstellen im Bereich IKT; der Ausbau des 5G-Netzes in der Stadt; die Förderung von Wissenschaft und Forschung für Fortschitte bei der Technik, aber auch beim Umgang mit Digitalisierung.

Die Inhalte des "Digitalisierungspaktes" wurden bereits in ihren Grundzügen beim "Ersten Wiener Sozialpartnergipfel" im Rathaus im Herbst 2018 zwischen Stadt und Sozialpartnern vereinbart. "Ziel ist es, den "Digitalisierungshotspot" Wien so weiterzuentwickeln, dass das Wohl der Menschen mit stabilen und sicheren Arbeitsplätzen im Mittelpunkt steht und die Wirtschaft attraktive Entwicklungsmöglichkeiten vorfindet", betonte Bürgermeister Ludwig. "Die Digitalisierung muss den Menschen nützen – und nicht umgekehrt. Es geht darum, sich nicht globalen Entwicklungen auszuliefern, sondern aktiv und gemeinsam zu gestalten, wo die digitale Reise in dieser Stadt hingehen soll." Wien sei mit dem Smart City Programm und der darin festgelegten Digitalen Agenda auf einem guten Weg.

Bei der Digitalisierung niemanden auf der Strecke lassen

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden sich Sorgen machen, dass sie bei der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt nicht mitkommen oder abgehängt würden, sagte AK-Chefin Renate Anderl. "Hier müssen wir Ängste nehmen und Angebote bieten." Korinna Schumann, ÖGB-Vizechefin, schlug in dieselbe Kerbe. Die Digitalisierung am Arbeitsplatz böte viele Chancen für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen. "Es darf aber niemand zurückgelassen werden. Wir müssen allen Chancen auf eine Qualifizierung geben." Ein Angebot in diese Richtung sei die Aktion "Digi-Winner" der AK gemeinsam mit Stadt und waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds), bei dem ältere Arbeitslose zu IT-Fachkräften ausgebildet werden. Stadt, AK und waff fördern Ausbildungen und Fortbildungen in Sachen IT mit bis zu 5.000 Euro. Die Aktion soll verlängert, und die Mittel dafür auf 3,5 Millionen Euro aufgestockt werden.

Neue Digi-Lehre und Digi-Box für Kindergarten und Volksschule

Für die Betriebe in der Wirtschaftskammer Wien sei die digitale Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wichtiger, betonte WKW-Chef Walter Ruck. Im Abkommen ist daher der Ausbau der Digi-Lehre vereinbart. Mit dieser neuen Lehre soll die Digitalisierung Einzug in Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung finden. Dabei setzen Stadt und Wirtschaftskammer auf die Zusammenarbeit mit Betrieben und dem AMS. Bestehende Ausbildungen zu Lehrberufe wie zum Beispiel Einzelhandelskaufmann oder -frau werden um digitale Kompetenzen erweitert. IKT-Firmen sollen zu Lehrbetrieben werden und junge Menschen im Lehrberuf "Applikationsentwicklungs-Coding" ausbilden. 70 Jugendliche haben die Lehre bereits absolviert, künftig sollen 200 weitere Lehrstellen dazukommen.

Das Thema Digitalisierung betrifft junge Menschen aber schon vor dem Lehr-Alter. Auch die ganz Kleinen müssten spielerisch an das Thema Digitalisierung herangeführt werden. Als Beispiel für die frühe Auseinandersetzung mit dem Thema Programmieren und Digitalisierung nannte Bürgermeister Ludwig das Pilotprojekt "Digi-Box". Das Projekt im Kindergarten und an der Volksschule soll fortgeführt werden. In der Box ist ein programmierbarer Lernroboter ("Bee-Bot") in der Form einer Biene enthalten. Die ersten 25 Digi-Boxen wurden von Medienpädagoginnen und -pädagogen des Wiener Bildungsservers so konzipiert, dass der Lernroboter und die enthaltenen Unterrichtsmaterialien samt Praxis-Beispielen von den Pädagoginnen und Pädagogen unmittelbar im Unterricht oder im Kindergarten eingesetzt werden können. Abhängig von den Ergebnissen des Pilotprojekts soll die Digi-Box auf alle 228 Wiener Volksschulen und 350 Kindergärten in der Stadt ausgedehnt werden.

Ebenso wollen Stadt und Sozialpartner Technik-FHs und Forschung weiter fördern. Die Stadt Wien hat zuletzt die Förderung für Fachhochschulen aufgestockt. Jede/r sechste Studierende macht seinen Abschluss inzwischen an einer Fachhochschule – bei den Informatik-Fächern inzwischen jede/r zweite. Auch in der Forschung legen viele FHs einen Schwerpunkt auf Digitalisierung.

5G-Ausbau soll wirtschaftliches Wachstum der Digi-Hauptsadt ankurbeln

Auch beim Ausbau des neuen Funkstandards 5G steigt die Stadt auf den Turbo und fördert Anwendungsbeispiele für die neue Technologie zum Nutzen der Stadtbewohnerinnen und –bewohner. Christian C. Pochtler, Präsident der Industriellenvereinigung Wien, verglich den Ausbau des 5G-Netzes mit dem Straßennetz der Römer, der Erfindung der Dampfmaschine oder der Erschließung der USA durch die Eisenbahn. "Die Infrastruktur ist der Motor für den Erfolg." In Form einer "5G Vienna Use Case Challenge" für Startups, Technologie- und Industrieunternehmen wurden im Herbst 2019 konkrete innovative 5G-Anwendungen gesucht, die Unternehmen in der Stadt Wien als Pilotprojekte umsetzen werden. Die Stadt fördert Projekte mit insgesamt 400.000 Euro. Zum Zug kamen Projekte wie eine Feuerwehr-Drohne oder Kameras, die Kreuzungen sicherer machen. Gefördert wurde auch ein Projekt, das Schülerinnen und Schüler über "Augmented Reality" ermöglicht, im Geschichtsunterricht virtuell in die Vergangenheit der Stadt einzutauchen.

Einen Nutzen für das 5G-Netzwerk sah auch Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Norbert Walter. Die Digitalisierung sei auch in der Stadt-Landwirtschaft angekommen – Stichwort "Smart Farming". "Schon jetzt kommen im Weinbau digitale Prognosemodelle zum Einsatz, beim Ackerbau GPS-Leitsysteme für Landmaschinen." Vom 5G-Ausbau und schnellem Datennetz würden die Wiener LandwirtInnen "draußen am Feld" profitieren. Über Angebote der Stadt wie der "Wiener Grätzlmap" würden lokale Bäuerinnen, Bauern und ProduzentInnen mit den Konsumentinnen, den Konsumenten zusammenkommen. Bei der Digitalisierung müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen, wiederholte Walter – das sei nicht zuletzt im Interesse der Landwirtschaft: "Roboter und Computer brauchen schließlich keine Lebensmittel."

Im Digi-Pakt vereinbart ist auch der Ausbau Wien als "Smart Health Hub". Wien soll dabei auf seiner starken Position als Life-Science-Zentrum mit vielen Unternehmen in dieser Branche aufbauen und darüber hinaus verwandte "Health-Tech"-Firmen anlocken. Auch wollen die Sozialpartner künftig sichtbarer werden, und bei den von der Stadt Wien organisierten "Digital Days" auftreten.

Die vereinbarten Schwerpunkte werden in regelmäßigen Sozialpartnergipfeln und im gemeinsamen Austausch begleitet.

Rückfragehinweis:
   PID-Rathauskorrespondenz
   Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (MA 53)
   Stadtredaktion, Diensthabende/r Redakteur/in
   01 4000-81081
   dr@ma53.wien.gv.at
   www.wien.gv.at/presse

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

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