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Alle Daten werden anonym erhoben © APA
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Coronavirus - Uni Graz erhebt online psychische Belastungen

27.03.2020

Die Belastung ist dieser Tage für viele Menschen eine ungewohnte - Unsicherheiten über Gesundheit, Job, Zukunft schleichen sich ins Denken. Forscher des Instituts für Psychologie der Universität Graz wollen zum Thema "Was macht Corona mit der Psyche?" das Befinden der Bewohner Österreichs erheben und haben eine Online-Erhebung gestartet. Die Beantwortung dauert etwas 15 Minuten und ist anonym.

Welche psychischen Auswirkungen hat die Corona-Krise und welche Bedürfnisse entstehen daraus? Damit wollen sich Forscher und Forscherinnen der Universität Graz aus dem Arbeitsbereich Gesundheitspsychologie unter der Leitung von Andreas Schwerdtfeger beschäftigen. Ziel ist, die notwendigen Maßnahmen zur Betreuung und Behandlung Betroffener entwickeln zu können. Im Rahmen ihrer Studie richten sich die Psychologen an alle Menschen in Österreich mit der Bitte um Teilnahme an der Erhebung.

Fragen zu aktueller Situation und Vergangenheit

Erhoben wird in 45 Fragekomplexen unter anderem, wie viele Personen sich in einem Haushalt befinden, ob man etwa im Home-Office arbeitet und ob man auch mit Haustieren zusammenlebt. Auch auf die aktuelle Situation wird mit der Frage eingegangen, wie viele Stunden man täglich zuhause verbringt und welche körperlichen Aktivitäten man setzt. Die Forscher möchten ferner wissen, welchen Wissenstand man über Covid-19 hat und welche Information man sich noch wünscht und wie sich derzeit - in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen - soziale Kontakte gestalten.

Ungewöhnlich wirken wahrscheinlich die Fragen nach eigenen Erlebnissen in der Vergangenheit, etwa ob man einen Krieg erlebt habe oder in Ausnahmesituationen gewesen sei, z. B. einen Unfall miterleben habe müssen oder "Opfer von Ereignissen" gewesen sei, wie etwa sexuelle Gewalt. Auch Fragen nach Hygiene - etwa Händewaschen nach dem Heimkommen von Einkauf oder Arbeit oder das Tragen von Handschuhen im Supermarkt - wollen die Wissenschafter erheben. Mit fünf verschiedenen Antwort-Graden kann man definieren, wie die Ereignisse der vergangenen Woche auf einen gewirkt haben - ob zum Beispiel beim Gedanken an Corona Panik aufkommt oder man sich überhaupt derzeit rasch aufrege.

Überblick über Gesamtbevölkerung

"Die Teilnahme an unserer Studie bedeutet einen unschätzbar wertvollen Beitrag zur Identifizierung psychischer Ressourcen und Entwicklung von Betreuungs- und Behandlungsmaßnahmen bei psychischen Belastungen, die durch diese Krise entstehen bzw. entstanden sind", unterstrich Claudia Traunmüller, Leiterin der Untersuchung, in einer Aussendung. Man hoffe, einen möglichst großen Ein- und Überblick über die Gesamtbevölkerung zu erhalten und bitte daher, den Link auch möglichst vielen Verwandten, Freunde und Bekannte weiterzuleiten.

"Je mehr Personen aller Altersklassen den Fragebogen ausfüllen, desto gehaltvoller sind die daraus ableitbaren Erkenntnisse", sagte Traunmüller. Insbesondere ältere Menschen seien aufgerufen, an der Erhebung teilzunehmen, da die aktuelle Krise für sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe psychisch besonders belastend sein könnte.

Alle Daten werden anonym, ohne Angabe von Namen oder automatisierter Speicherung von IP-Adressen erhoben und zu rein wissenschaftlichen Zwecken weiterverarbeitet. Auch bei einer Umfrage haben Teilnehmer gemäß Datenschutz gegenüber dem Informationsträger das Recht auf Auskunft sowie Löschung ihrer Daten. Diesbezügliche Anfragen können an Claudia Traunmüller gerichtet werden.

Service: Online-Fragebogen unter https://survey2.edu.uni-graz.at/624923/lang-de abrufbar. Kontakt zum Institut für Psychologie der Uni Graz: Dr. Claudia Traunmüller, Tel. 0316/380-4950 oder claudia.traunmueller@uni-graz.at

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