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Forscher haben bei Schimpansen Cortisol-Konzentrationen im Urin gemessen © APA (AFP/Center for Great Apes)
Forscher haben bei Schimpansen Cortisol-Konzentrationen im Urin gemessen © APA (AFP/Center for Great Apes)

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Stresshormon-Niveau steigt bei Schimpansen wie bei Menschen im Alter

31.03.2020

Bei Schimpansen steigt wie bei Menschen das Niveau an Stresshormonen wie Cortisol mit dem Alter, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Demnach sind schädlich hohe Stresshormon-Mengen bei älteren Menschen keine Folge der verlängerten Lebensspanne oder Zivilisationseffekte, sondern ein Erbe von gemeinsamen Vorfahren, erklären die Wissenschafter im Fachjournal "Pnas".

Ein Team um Melissa Emery-Thompson vom Department für Anthropologie der Universität New Mexico (USA) hat bei frei lebenden Schimpansen im Kibale Nationalpark in Uganda die Cortisol-Konzentrationen im Urin gemessen. Die Urinproben waren von 1997 bis 2017 gesammelt worden, umspannten also bis zu 20 Jahre Lebenszeit der Menschenaffen. An der Studie war auch Andreas Berghänel vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien beteiligt. "Wir haben den Urin zum Beispiel mit Plastikbeuteln eingefangen, die an Astgabeln befestigt waren, wenn die Schimpansen frühmorgens ihre Schlafnester verließen und urinierten", erklärte er der APA. Teils habe man auch mit Pipetten Urintröpfchen von Blättern aufgesogen.

Genau so wie bei Menschen wurden die Cortisol-Mengen im Urin bei den Schimpansen mit dem Alter immer höher, und die tageszeitlichen Rhythmen flachten ab. Nach einem Anstieg kurz nach dem Aufwachen nahm die Cortisol-Menge immer weniger ab, umso älter die Tiere wurden. Auch dies ist für das Altern des Stresshormon-Haushalts bei Menschen typisch.

Diese hohen Stresshormon-Mengen sind mit schuld am immer schlechter werdenden Gesundheitszustand beim älteren Menschen, wie dem Absterben von Nervenzellen, Muskelschwund, einem schwächer werdenden Immunsystem, einer Anfälligkeit für Herz-Kreislauf Krankheiten und Knochenschwund. Bisher wurde angenommen, dass dies ein Nebeneffekt der im Vergleich zu den meisten anderen Säugetieren inklusive Schimpansen langen Lebensspanne ist, oder auf Veränderungen in den Lebensbedingungen zurückgeht, also eine Zivilisationskrankheit ist. Da aber auch bei lebenden Schimpansen der Stresshaushalt "altert", ist dies wohl auszuschließen, meinen die Forscher.

Service: http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1920593117

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