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Bakterien stellen Antikörper her © APA (dpa)
Bakterien stellen Antikörper her © APA (dpa)

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Bakterien assistieren im Kampf gegen SARS-CoV-2

08.04.2020

Österreichische Forscher rekrutierten im Kampf gegen das Coronavirus alte Verbündete: Eine Heerschar an Darmbakterien (E. coli), die wohlerprobte "Labormitarbeiter" sind, soll ihnen bei der Suche nach Wirkstoffen und Antikörpern sekundieren. Die kleinen Helfer könnten dies maßgeblich beschleunigen, teilte das Kompetenzzentrum "Austrian Centre of Industrial Biotechnology" (acib) mit.

Die Forscher machten aus den Bakterien kurzerhand so etwas wie menschliche Immunzellen, wo jede einen anderen Antikörper herstellt. Wie dieser jeweils aussieht und was er angreift, ist zunächst Zufall, erklärte Rainer Schneider vom Institut für Biochemie der Universität Innsbruck und dem acib im Gespräch mit der APA. Um herauszufinden, welche davon SARS-CoV-2 Eiweißstoffe (Proteine) dingfest machen könnten, hängten die Forscher einen für die Bakterien giftigen Stoff (Toxin) an ein SARS-CoV-2 Protein. "Dann können nur die Bakterien überleben, die zufällig einen Antikörper machen, der gegen dieses Virus-Protein gerichtet ist und damit auch das Toxin inaktiviert", sagte er.

Aus Milliarden von Bakterien mit ebenso vielen unterschiedlichen Antikörpern könne man auf diese Art jene heraussuchen, die einen aktiven Antikörper gegen das Coronavirus in ausreichender Menge herstellen. Nach weiteren Tests und klinischen Studien könnte daraus ein Antikörper für eine passive Immunisierung werden.

Virales Enzym als Achillesferse

Eine "Achillesferse" bei SARS-CoV-2 sei außerdem das virale Enzym "Mpro", so die Forscher. Es ist quasi eine winzige Schere (Protease) und schneidet Eiweißstoffe (Proteine) des Virus zurecht, die es für seine Vermehrung braucht. Die Forscher haben bei den Bakterien ein lebensnotwendiges Protein so verändert, dass es ebenfalls von der viralen Protease zerschnitten wird. "Die Bakterien können nur wachsen, wenn eine von außen zugegebene Substanz die virale Protease inhibiert", sagte Schneider. Mit dieser "Biotechnologischen Optimierung durch Selektions-Systeme" (BOSS) könne man viele Wirkstoffe und bereits vorhandene Medikamente in kürzester Zeit auf eine Wirkung gegen die Coronavirus-Protease testen.

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