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Viele Menschen sammeln Gesundheitswerte mit intelligenten Uhren © APA (AFP)
Viele Menschen sammeln Gesundheitswerte mit intelligenten Uhren © APA (AFP)

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Langfristig gesünderer Lebensstil mit digitalem Assistenten

02.07.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 26/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft hat in Salzburg ein neues "Institut für digitale Gesundheit und Prävention" geschaffen. Ziel der Einrichtung ist es, dass Patienten eine Änderung ihres Lebensstils nicht nur für kurze Zeit, sondern nachhaltig und langfristig schaffen. Dabei sollen die Patienten durch einen benutzerfreundlichen digitalen Gesundheitsassistenten unterstützt werden.

Erste Zielgruppe sind Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen in Salzburg, längerfristig soll das Projekt aber auf die breite Bevölkerung ausgerollt werden. Ein zentraler Punkt des Programms ist es, Daten zusammenzuführen: Denn viele Menschen sammeln schon jetzt wichtige Gesundheitswerte (Puls etc.) mit intelligenten Sportuhren (Smartwatch), die aber medizinisch nicht berücksichtigt werden. Diese Daten sollen in die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) einfließen.

In einem ersten Schritt wurden und werden Erfahrungen und Vorstellungen der Patienten und der Ärzteschaft erhoben. Parallel dazu werden jene Faktoren gesucht, die Bewegung fördern oder erschweren - und ideale Zeitfenster für die Betätigung bestimmt. Dazu werden Daten, die Patienten in ihrem Smartphone selbst eingeben (Bewegungsmotivation, Schlafqualität, Energielevel, Emotionen und Stress) mit Informationen, die das Gerät oder ein Fitnessarmband selbst ermittelt, zusammengeführt. Algorithmen ermitteln dann für jeden Nutzer individuell optimale Zeitfenster. Der digitale Gesundheitsassistent soll dabei auch das lokale Umfeld, die geografischen Gegebenheiten sowie die persönlichen Präferenzen der Patienten berücksichtigen.

Plattform soll Kontrolle und Auswertung ermöglichen

Zusätzlich wird für und mit den Patienten und Bürgern eine sichere und benutzerfreundliche Gesundheitsdatenplattform zur Kontrolle und zur sicheren Auswertung und Verwertung ihrer gesundheitlich relevanten Daten entwickelt. Diese erleichtert schließlich auch den Gewinn von wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen in Form von groß angelegten Studien. Angelegt ist diese gesundheitswissenschaftliche Forschung zunächst auf sieben Jahre, geplant ist aber, sie mit Drittmitteln dauerhaft zu sichern. In der Pressemappe des Instituts wird betont, dass auch eine Strategie zum Schutz der "hochsensiblen personenbezogenen Daten (z. B. medizinische Daten, Wellness, Lebensstil und Verhalten) sowohl auf institutioneller als auch auf technischer Ebene erarbeitet" werde.

Partner des Instituts sind das Uniklinikum Salzburg und hier federführend das Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin, die Fachhochschule Salzburg, die Paris Lodron Universität Salzburg, die Salzburg Research Forschungsgesellschaft, das Austrian Institute of Technology und das Land Salzburg. Geleitet wird es vom Primar der Sportmedizin, Josef Niebauer.

Service: www.lbg.ac.at/lbi-dhp; https://dhp.lbg.ac.at

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