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Im 75. Jahr seines Bestehens erfindet sich das Europäische Forum Alpbach neu © APA (OTS/Andrei Pungovschi)
Im 75. Jahr seines Bestehens erfindet sich das Europäische Forum Alpbach neu © APA (OTS/Andrei Pungovschi)

Kooperationsmeldung

Coronavirus: Forum Alpbach erfindet sich heuer neu und wird digitaler

20.07.2020

Das seit 1945 bestehende Europäische Forum Alpbach erfindet sich in diesem Jahr Corona-bedingt neu und geht vorwiegend als Online-Konferenz über die Bühne. Wie Forumspräsident Franz Fischler kürzlich bei einer Pressekonferenz in Wien ausführte, soll die aktuelle Lage jedoch auch als Chance genützt werden. Auch in Zukunft will man verstärkt auf digitale Elemente setzen.

"Wir öffnen ein neues Kapitel des Europäischen Forums Alpbach", sagte Fischler. Das heurige Forum, das sich dem Generalthema "Fundamentals" widmet, sei "nicht einfach so eine Art Zoom-Konferenz für viele Leute", sondern "viel ausgeklügelter". Dabei soll die Atmosphäre eingefangen werden, "die Alpbach ausmacht", gleichzeitig sollen aber auch Kommunikation und Austausch online ermöglicht werden.

Als Highlights hob der Forums-Präsident unter anderem die Eröffnung am 23. August hervor, für die Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Alpbach anwesend sein werde. An den anschließenden Gesundheitsgesprächen werde unter anderem der CEO von Roche, Severin Schwan, zum Thema personalisierte Gesundheit teilnehmen. Der Schauspieler und Regisseur Karl Markovics sei einen Tag lang Gastgeber von Gesprächsrunden unter dem Titel "De Profundis, Artists in Discourse".

Die Technologiegespräche sollen sich unter anderem Fragen der Digitalisierung widmen, die Politischen Gespräche dem Krisenmanagement in Asien im Hinblick auf Corona, aber auch dem Thema Multilateralismus und internationalem Handel. Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis werde zu einer Diskussion über den Green Deal erwartet. Auch österreichische Minister sollen wieder am Forum teilnehmen. Fischler sprach insgesamt von einem "sehr großen Programm mit vielen unterschiedlichen Events" und kündigte zudem an, dass es auch "Überraschungsgäste" geben werde.

Teilnehmer aus 112 Nationalitäten werden erwartet

Laut Sonja Jöchtl, der Geschäftsführerin der Stiftung Europäisches Forum Alpbach, wird erwartet, dass heuer 112 Nationalitäten unter den Teilnehmern vertreten sein werden. "Alpbach wird noch immer im Mittelpunkt stehen", aber es werde an vielen verschiedenen Orten Knotenpunkte geben. So seien Diskussionsveranstaltungen in 25 Ländern geplant, "von Ghana bis Brüssel". Für die Teilnahme am Forum könne man sich ab dem 13. Juli registrieren. Was es heuer erstmals nicht gebe, sei ein Platzproblem: Die technischen Tools ermöglichen eine gleichzeitige Beteiligung von 100.000 Teilnehmern.

In Alpbach an Ort und Stelle sein sollen in diesem Jahr in erster Linie Sprecher, Journalisten und Partner des Forums, aber auch eine kleine Gruppe junger Menschen, wie Fischler erklärte. Auch in Zukunft werde ein Teil des Forums digital sein. Denn dann könnten "sehr viel mehr Menschen teilnehmen", es sei aber auch einfacher, sehr prominente Vortragende dafür zu gewinnen, "für eine halbe Stunde oder eine Stunde bei unserem Programm dabei zu sein". Gerade in Afrika und Asien verzeichne man viel Interesse. "Wir glauben, dass Afrika in den kommenden Jahren immer mehr zu einem Partnerkontinent für unser Forum werden wird."

Zu den geplanten Anti-Corona-Maßnahmen, sagte Fischler, für die heurige Konferenz, die - kürzer als sonst - von 23. August bis 3. September stattfindet, werde ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet, "das wir auf Punkt und Beistrich erfüllen werden". Geplant sei unter anderem, den größten Saal im Alpbacher Kongresszentrum in eine Art Fernsehstudio mit Publikum umzubauen. In diesem Raum dürften sich dann neben den Diskutanten maximal 70 Personen aufhalten. "Für alle Räume sind genaue Vorschriften ausgearbeitet, was die maximale Zahl der Anwesenden betrifft." Alle im Saal Anwesenden würden registriert und Namensschilder angebracht, wer wo sitze. Auch Möglichkeiten zur Händedesinfektion sowie für Corona-Schnelltests sollen geschaffen werden, wo dies nötig sei. Man sei hier auch in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden des Bezirkes Kufstein und dem Sprengelarzt von Alpbach. Zudem werde es Vorschriften für Hotels geben. "Wir werden keine Empfänge machen, überhaupt keinen einzigen", fügte Fischler hinzu. Es werde höchstens kleine Abendessen für eine gesetzte Gruppe von Leuten geben, unter den gültigen Bestimmungen für Restaurants. Auch Protokolle sollen angelegt werden, "sodass die Rückverfolgbarkeit im Falle des Falles gegeben ist".

Service: Das Programm des Europäischen Forums Alpbach ist unter https://2020.alpbach.org/events abrufbar.

(Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit dem AIT - Austrian Institute of Technology)

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