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Weltweit rund 1.250 Groß-Staudämme innerhalb von Schutzgebieten © APA (AFP)
Weltweit rund 1.250 Groß-Staudämme innerhalb von Schutzgebieten © APA (AFP)

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WWF warnt vor Flußverbauung in Schutzgebieten

03.08.2020

Weltweit sind über 500 Staudämme in Schutzgebieten geplant oder befinden sich einer neuen Studie zufolge bereits im Bau. Diese stellen eine große Bedrohung für die Fluss-Ökosysteme dar, so der World Wide Fund For Nature (WWF), und warnt vor einer Beschleunigung des Artensterbens durch diese Flußverbauungswelle.

Der Artenschwund macht auch vor Gewässern nicht halt. Seit den 1970er-Jahren lassen die Populationen von Süßwasser-Wirbeltieren Rückgänge von 83 Prozent erkennen. Dafür verantwortlich sind zu einem Großteil Flussverbauungen, etwa in Form von Wasserkraftwerken, so der WWF in einer Aussendung. Weltweit gebe es bereits rund 1.250 Groß-Staudämme innerhalb von Schutzgebieten, weitere 509 sollen folgen.

"Schutzgebiete sind essenziell für den dauerhaften Erhalt der biologischen Vielfalt. Durch schlechtes Gebietsmanagement und kurzsichtige Baugenehmigungen verlieren wir einzigartige Naturjuwele", erklärt Gerhard Egger, Gewässerschutzexperte des WWF Österreich, in der Aussendung. Die Verbauung betreffe auch Österreich, denn von den hier rund hundert geplanten Kraftwerken liege beinahe jedes Dritte in einem Schutzgebiet, appelliert Egger an die Politik, die betroffenen Gebiete zu schützen.

An der im Fachjournal Conservation Letters veröffentlichten Studie von Hauptautorin Michele Thieme, Süßwasserwissenschafterin beim WWF-US, war unter anderem Klement Tockner vom Wissenschaftsfonds WWF beteiligt.

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