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Mikroben sortieren ihr Erbgut mit alternativem Energieträger

25.10.2019

Bisher kannte man zwei zelluläre "Treibstoffe" (ATP und GTP), die Maschinen (Enzyme) in Zellen von Menschen bis Mikroben antreiben. Ein Enzym in Bakterien nutzt einen alternativen Energieträger namens CTP, um das Erbgut nach dem Kopieren zu sortieren, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Es wäre ein mögliches Ziel für Antibiotika. Die Studie erschien im Fachblatt "Science".

Die Forscher um Stephan Gruber von der Universität Lausanne (Schweiz) untersuchte die Form und Funktion des Enzyms "ParB". Es kümmert sich in Bakterien mit anderen zellulären Maschinen darum, das Original-Erbgut und die angefertigte Kopie vor der Zellteilung auseinander zu sortieren. Sie fanden heraus, dass es nicht wie alle zuvor untersuchten Enzyme entweder mit ATP (Adenosintriphosphat) oder GTP (Guanosintriphosphat) betrieben wird, sondern mit dem sehr ähnlichen CTP (Cytidintriphosphat), von dem man bisher keine Ahnung hatte, dass es als Treibstoff taugt.

Weil ParB sich durch seinen alternativen Treibstoff CTP grundlegend von den anderen zellulären Maschinen unterscheidet, wäre es ein vielversprechender Angriffspunkt für neu zu entwickelnde Antibiotika, meinen die Forscher, zu denen auch Ian Finley Davidson und Jan Michael Peters vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien gehören.

Service: http://go.apa.at/LV2loEPo

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